A1 erklärt sich selbst
 

A1 erklärt sich selbst

Seit 14. Juni ist die neue Brand on Air - CEO und CCO präsentierten neue Markenwelt und die Philosophie dahinter.

Direkt vor dem A1 Shop in der Wiener Mariahilfer Straße versuchen am 16. Juni neun schwarz gekleidete Akrobaten das neue A1-Logo nachzustellen. Es gelingt - wenn auch noch etwas wackelig.

Etwas wackelig war auch der Launch der Marke, der bereits am 14. Juni über die Bühne ging. Die neue Website, die man in der Nacht auf Dienstag gelauncht hatte, war stundenlang offline. Hannes Ametsreiter, CEO A1 und Telekom Austria Group, bedauerte: "Der Grund war einerseits der große Ansturm, andererseits gab es auch technische Probleme, das wollen wir gar nicht verschweigen." Wo Menschen arbeiten, könnten auch immer Fehler passieren, so der Manager. ??Menschlich soll jedenfalls auch die neue A1 sein. "Es war der Wunsch des Kunden, dass wir die beiden Bereiche - Festnetz und Mobilfunk - zusammenführen", erläuterte Ametsreiter die Fusion - die man ja eigentlich schon vor etwa einem Jahr vollzog. Allein der kommunikative Auftritt war bis dato noch nicht einheitlich. Nun zeigt der Monobrand A1 gleich mehrere Gesichter - HORIZONT online berichtete bereits darüber.

Für den A1 Kunden und solche, die es werden wollen, ändert sich viel: Ab sofort hat er nur noch einen Ansprechpartner - und nicht wie vorher einen für das Festnetz- und einen für den Mobilfunk. "Wir können nun unseren Vertrieb stärken", beantwortet Hannes Ametsreiter die Frage eines Journalisten, ob das Unternehmen nun zu viel Vertriebsmitarbeiter habe und einige von ihnen ihre Jobs verlieren würden. Alle Shops bieten nun die gesamte Leistungspalette (Festnetz, Mobilfunk und TV) an. Mit etwas mehr als 100 Geschäften hat A1 damit die meisten Shops in Österreich. Und die erstrahlen auch bereits im neuen Design. Die Hotline (0800 664 100) beantwortet nun Fragen zum gesamten Angebot. Und zum Start hat A1 mit der Smart Kombi auch gleich ein attraktives Produktbündel für Neukunden geschnürt: Um knapp 35 Euro gibt's WLAN-Internet für zuhause und ein iPhone 4 samt Mobilfunkvertrag, wie Alexander Sperl, Chief Commercial Officer betont. Gleichzeitig verspricht er, dass man auch für bestehende Kunden sehr attraktive Angebote habe. Bekanntlich ist die Bindung der eigenen Kunden bei allen Mobilfunkern noch ein Schwachpunkt: Als Neukunde bekommt man tolle Handys zum Nulltarif - als Bestandskunde gibt's im Vergleich dazu eher wenig. Ach ja - Kundenbindung: Das Bonusprogramm von A1 - die Mobilpoints - kommen nun auch auf die Festnetzprodukte zur Anwendung: "Damit kommen Kunden schneller in den Genuss von neuen Geräten", sagt Sperl.

Die Kosten der Markenumstellung, über deren Höhe sich Ametsreiter mit dem Verweis auf die Börsennotierung des Unternehmens ausschweigt, will man in spätestens eineinhalb Jahren wieder "zurückverdient" haben. "Wir ersparen uns durch den Merger auch 20 Prozent an Werbekosten", sagt Ametsreiter. Durch die Fusion der beiden Werbetöpfe von A1 und Telekom Austria verfügt das Unternehmen aber nun doch über eine ungleich stärkere Werbekraft. Die Bewerbung der Marke hat übrigens Michael Nitsche mit seiner Agentur Nitsche übernommen.Anlässlich der Markenumstellung wird man an der Verteilung des Werbekuchens auf die verschiedene Kanäle nichts ändern. Denn die Anpassung der Kommunikationsausgaben sei ein dynamischer Prozess, meint Ametsreiter. "Online wird aber sicher immer wichtiger werden", sagt der A1 CEO. Und auch der Facebook-Auftritt des Unternehmen wird immer wichtiger.

Gerade bei der Präsentation der Marke hat die A1-Fanpage eine zentrale Rolle gespielt: Dort wurde die Marke als erstes sichtbar gemacht - und die Fanpage diente auch als Ausweichmöglichkeit, als die neue A1-Website in die Knie ging. "Unter zehn Leute arbeiten bei uns am Facebook-Auftritt", beantwortet Sperl die Frage eines Journalisten, wie hoch denn nun schon die Ausgaben für die Web 2.0-Präsenzen des Unternehmens wären. Auf das Sponsoring wirkt sich die Markenumstellung nicht unmittelbar aus - verrät Ametsreiter.Die Frage, ob man sich in dieser Rund schon bald wieder treffen würde, um dann über die neuerliche Teilung der Bereiche Festnetz und Mobilfunk und über dementsprechende neue Marken zu plaudern, holte Ametsreiter ein wenig aus: "Den Mobilfunkbereich aus den Festnetzbereich auszugliedern - so wie das vor etwa 15 Jahren passiert ist - war damals richtig." Denn nur so hätte sich der Mobilfunk so dynamisch entwickeln können, wie er das in Österreich eben getan hat. "Nun ist es aber wieder an der Zeit, diese beiden Bereiche zu fusionieren." Einerseits aufgrund des vielfachen Wunsches der Kunden, andererseits weil auch der Trend der Industrie in dieser Richtung gehe. Ein Beispiel: Das iPad nutzt beide Welten: UMTS (Mobilfunk) und WLAN (Festnetzinternet) - ohne das der Kunde davon etwas merkt. "Wir segmentieren nicht nach Technologie, sondern nach Kunden", sagt Ametsreiter.

Den internationalen Markenfleckerlteppich - die Telekom Austria Group ist ja mit ihren Töchtern in insgesamt acht verschiedenen Märkten aktiv - will man indes nicht bereinigen, wie Ametsreiter sagt. "Globale Marken sind nicht unser Konzept", erklärt der CEO mit dem Verweis auf die Deutsche Telekom. Man sei mit den lokalen Markenkonzepten und -strategien erfolgreich - ja erfolgreicher als andere. "Wir wollen nie in Wien bestimmen, was in Bulgarien oder Mazedonien kommunikativ passiert." Dies sei Sache des örtlichen Managements.
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