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Zimmermann tritt als Vorsitzende der Journalistengewerkschaft zurück

Massive Vorwürfe an ÖGB-Spitze: Verzetnitsch ist nicht entscheidungsfähig

Die Vorsitzende der Journalistengewerkschaft, Astrid Zimmermann (47), hat am Donnerstag ihren Rücktritt bekannt gegeben. Als Grund für ihre Entscheidung nannte Zimmermann in einer Aussendung, dass bisher keine Entscheidung über eine neue gewerkschaftliche Struktur für MedienmitarbeiterInnen in Aussicht gestellt worden sei. Kritik übte sie an ÖGB-Präsident Fritz Verzetnitsch, dem sie vorwarf "erneut nicht Wort gehalten" zu haben.

Zimmermann erklärte, es sollten entweder die Weichen für eine neue Fachgewerkschaft Kunst, Medien, Kommunikation gestellt oder dem Antrag der Journalisten, gemeinsam mit den Druckern eine neue Mediengewerkschaft aufzubauen, stattgegeben werden. "Außer einer Gesprächsrunde, in der der grundsätzliche Wille zur Zusammenarbeit bekräftigt wurde, ist nichts passiert. Präsident Verzetnitsch hat erneut nicht Wort gehalten. Bereits für Juni 2000 hatte er eine Entscheidung angekündigt; dann für Ende 2000. Verzetnitsch ist offensichtlich nicht entscheidungsfähig!", so Zimmermann.

Bereits im November 1999 hat die Journalistengewerkschaft beschlossen, von ihrer bisherigen "Stiefmutter"-Gewerkschaft Kunst, Medien, Sport, freie Berufe (KMSfB) zur Gewerkschaft Druck und Papier überzuwechseln. "Den rasanten Veränderungen in der Medienwirtschaft hat der ÖGB mit seinen schwerfälligen Entscheidungsstrukturen nichts entgegenzusetzen. Eine sinnvolle gewerkschaftliche Vertretung für Österreichs Journalistinnen und Journalisten braucht entsprechende Strukturen und Ressourcen. Ehrenamtliche Funktionäre können zwar ihre Freizeit investieren, aber nicht professionelle Strukturen ersetzen", begründet Zimmermann den vehementen Wunsch der Mehrheit der Vorstandsmitglieder der Journalistengewerkschaft nach einem Wechsel. Eine Entscheidung darüber wurde aber von der ÖGB-Spitze immer wieder verschleppt.

Nun hat Zimmermann die Konsequenzen gezogen und den Vorsitz, den sie im April 1998 übernommen hatte, zurückgelegt. Über ihre Nachfolge wird das Präsidium der Journalistengewerkschaft am 17. Jänner entscheiden. (APA)

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