Willkommen in der neuen Medienwelt, ,Server‘!
 

Willkommen in der neuen Medienwelt, ,Server‘!

Kommentar von Herwig Stindl

Nein, der Gipfel ist noch nicht erreicht, geschweige denn das Gipfelkreuz errichtet: Wenn jedoch am Dienstag, dem 21. August, die konstituierende Generalversammlung den dann als „Verein Media Server“ bezeichneten Verein endgültig gründen und den Vorstand besetzen wird, dann errichten Österreichs Medien und Mediaagenturen ein wegentscheidendes Hochlager.

Vom „Basislager“ Verein Media-Analyse haben sich die Proponenten von Print (Media-Analyse), TV (AGTT Arbeits- gemeinschaft Teletest), Radio (Radiotest), Außen- werbewirtschaft (in Bälde OSA Outdoor Server Austria – siehe bitte auch HORIZONT 32/2012, Seite 12) sowie Online (ÖWA Österreichische Webanalyse) samt „Sherpa“ IGMA Interessengemeinschaft Mediaagenturen, dann jenseits des Point-of-no-Return entfernt. Es wird aber noch einige „Hochlager“ bis zum Gipfelsturm, also dem Etablieren des Media Servers, brauchen, wiewohl die Zeit drängt.

Seit 2008, letztlich auch als Folge des „Erneuerungsdialogs 010“ des Vereins Media-Analyse, wird am Projekt Media Server gefeilt – im heurigen Frühjahr schließlich tagte über Wochen eine hochkarätig zusammengesetzte technische Kommission, um die methodischen Grundlagen zumindest zur Pilotstudie (das wäre so ein nächstes Hochlager) zu klären. Deren Bericht wurde am Freitag, dem 3. August, erstellt, und wird am 21. August auch gleich Gegenstand erster Beratungen des frisch konstituierten Vereins Media-Server sein – methodische Expertise trifft dann einmal mehr auf medienpolitisches Gattungsdenken.

Warum das Projekt Media Sever so wichtig ist, skizzierte zuletzt Georg Gartlgruber, Geschäftsführer Carat, in einer Standortbestimmung beim Kronehit Radio Day (siehe HORIZONT 18/2012): Der Media Server als eigene Studie solle als Plattform für strategische crossmediale Analysen Zielgruppeninformationen für die einzelnen Satelli- tenstudien erheben und die Bildung von Leistungswerten für Dachmarken ermöglichen. Stichworte dazu sind: Tagesablauf in der Mediennutzung, Tätigkeiten der Konsumenten, Parallelnutzung von Medien und Einstellung zu Medien.

Gartlgruber sagte auch, was der Media Server nicht sein wird – nämlich definitiv kein Ersatz für die „Währungsstudien“ MA & Co. („wenn, dann nur Entlastung“) und definitiv kein Planungs-Tool für Mediaagenturen. Für Mediaagenturen liefere der Server jedoch „Antworten auf Fragen zur strategischen Kommunikationsplanung“, erhebe Nutzungsveränderungen bei Zielgruppen und sei Hilfestellung bei der Bewertung und Entwicklung crossmedialer Konzepte. Gartlgruber unterstreicht, dass der Server ein „gleichberechtigter Vergleich aller Mediengattungen“ sein solle – weil ohne den Beweis der Stärke respektive Position des jeweiligen Mediums „nur noch Rabatt als Argument bleibt“. Deshalb, Verein Media Server: Toi, toi, toi!
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