Wetten, dass …
 

Wetten, dass …

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Kommentar von Yvonne Widler

Manche Menschen meinen, Johann Graf sei der Niki Lauda der Glücksspielbranche. Vielleicht war es dieser Vergleich, der den Novomatic-Chef dazu veranlasste, Lauda ein Angebot zu ­machen. Man weiß es nicht. Ich möchte hier nicht die Geschichte aufrollen, ­warum Lauda überhaupt ein Kapperl trägt oder dass es mal rot, mal blau war, mal Schriftzug hatte, mal nicht, denn das ist für mich eher uninteressant. Was mich mehr interessiert, ist seine neueste Entscheidung, nämlich jene, für Novomatic zu werben. Er habe nichts zu verschenken, verkündete Lauda kürzlich in einem anderen Werbespot, das war schließlich auch im echten Leben stets sein Credo.

Lauda – das perfekte Testimonial, wenn es darum geht, Sparkurs im „vernünftigen“ Sinn zu thematisieren. Die Werbe­fläche „Lauda-Kapperl“ dürfte zudem eine heiß begehrte sein, er konnte ­angeblich immer aus einer Fülle von Anbietern wählen, erklärte er in einem Interview mit der Presse. Bisherige Sponsoren waren der italienische Milchkonzern Parmalat, das deutsche Heiztechnikunternehmen Viessmann, der Schweizer Industriekonzern Oerlikon, die Money Service Group und Aabar Investments, eine Investmentgesellschaft aus Abu Dhabi. Die Tatsache, dass er sich nun für den österreichischen Glücksspielkonzern Novomatic entschieden hat, hat mich, ehrlich gesagt, nur kurz verstört. Sparsamkeit und Geldgier liegen nah beieinander. Vor allem die Tatsache, dass er es finanziell nicht nötig hätte, verbreitet Unverständnis, von den Machenschaften des  frisch gewählten Sponsors erst gar nicht angefangen.

Warum muss es gerade Novomatic sein? Florian Klenk hat es meiner Meinung nach ganz gut getroffen, als er dazu twitterte: How low can you go? Wetten, dass Lauda das alles richtig egal ist?
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