Wenn Werbung zu weit geht
 

Wenn Werbung zu weit geht

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Kommentar von Jakob Steinschaden

Es sind meistens hübsche Mädchen oder junge Frauen, die ihre Fans und Follower mit immer neuen Bildern, Blogeinträgen und Videos versorgen. Die bevorzugten Kanäle ihrer Wahl heißen YouTube, Instagram und neuerdings auch Snapchat, also eben überall dort, wo die Zielgruppe derzeit besonders gerne und lange die Nase vors Display hält. In diese Popularitätsmaschinerie, in der es meistens ums Gut-Essen, Weit-Reisen und Schönsein geht, hat sich die Werbewirtschaft, angezogen von der oft starken digitalen Reichweite, eingeschlichen.

Es ist kein Zufall, wenn Kosmetikartikel, Handtaschen oder Schmuck mit einem netten Lächeln in die Kamera gehalten und den Followern empfohlen werden – Marken zahlen oft nicht wenig Geld, damit ihre Produkte in diesen netten Umfeldern platziert werden. Jetzt kann man mit den Schultern zucken und sagen, dass so die neuen digitalen Werbewelten nun mal funktionieren und Konsumenten so mündig seien, diese Werbung auch als solche zu erkennen. Wenn es aber so weit kommt, dass Zwölfjährige ihren Altersgenossen via YouTube und Instagram bezahlterweise ausrichten, welche Produkte aktuell zu kaufen sind, dann stellt sich nicht nur die Frage nach der richtigen Kennzeichnung, sondern, ob das überhaupt erlaubt sein soll.
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