Viel mehr als nur ein Kontakt!
 

Viel mehr als nur ein Kontakt!

Kommentar von Herwig Stindl

Vorstand und Geschäftsführung des Vereins Media Analyse unterwerfen sich einem strengen Neutralitäts­gebot. Das erfordert vom interessierten berichtenden Publikum (vulgo „Medienjournalisten“) die Vorstellung der aktuellen Daten das, was nicht ­immer leicht fällt: selber analysieren. Nachdem die nunmehr zweite Ausgabe einer MA wegen der Veränderung der Abfrageformen einem strikten „kein Vergleich möglich“ unterliegt – und auch die rollierende im Herbst noch „neutral“ sein wird, somit erst in einem Jahr im März 2016 die Ergebnisse der MA 2015 mit der MA 2014 wieder nach den Regeln der Systemik nach „Signifikanz“ validiert werden können – hätte aber im geschätzten Marketingbewerb der Titel trotz strenger Werberichtlinien des Verein nicht so viel Zurückhaltung stattfinden müssen: Denn die MA 2014 wartet mit dem sehr süßen Zuckerl „Blattkontakte“ auf. Ganz neu in der österreichischen Printmedienforschung ist die Kennziffer nicht, die RegioPrint des VRM erhob bis zur Einstellung 2009 diese Kennziffer. Die erstmals in der MA ausgewiesenen Ergebnisse können sich sehen lassen und ruhig „getrommelt“ werden – im Mittel nehmen Tageszeitungsleser ihren Titel zweimal, Leser der regionalen Wochenzeitungen sogar bis zu dreimal und die Leser der Wochenzeitungen Falter und Ganze Woche, der Magazine e-­media, Geo, Gusto, Servus, Autorevue, Motorradmagazin und Welt der Frau sogar viermal zur Hand. Dass bei tele der mittlere Blattkontakt bei 5,3-mal, bei tv-media sogar 7,1-mal liegt – plausibel, geschenkt.

Macht’s was draus, Printmedien-Marketer, weist Auftraggebern und Mediaagenturen auf die neue Kennziffer zur Bewertung und Einordnung der Medialeistung eures Printtitels hin (und sagt den Kreativen: Dein Werk wird im Mittel zweimal und mehr pro Exemplarkontakt gesehen!). An Vorstand, technische Kommission und Kontrollausschuss der MA könnt’ man ein paar Begehrlichkeiten herantragen, als später Verweis auf die Regio­Print: Da waren Lesemenge, Lesedauer, Lesefrequenz (wie viele Ausgaben) und „Nähe zum Medium“ erfragt und ausgewiesen … Auf ein Neues!
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