Total Video statt Bewegtbild als "Fernsehen" ...
 

Total Video statt Bewegtbild als "Fernsehen" der Zukunft

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Franziska Stich am HORIZONT Bewegtbild-Gipfel in München. Foto: Franziska Stich / ambuzzador gmbh
Franziska Stich am HORIZONT Bewegtbild-Gipfel in München. Foto: Franziska Stich / ambuzzador gmbh

Franziska Stich bringt im Interview ihre Learnings vom HORIZONT Bewegtbild-Gipfel mit

Franziska Stich hat vom HORIZONT Bewegtbild-Gipfel in München Erkenntnisse über Chancen für die digitale Branche mitgenommen: Bewegtbild ist kein Hype mehr – aber in fast sämtlichen Diskussionen wurde TV als ewiges Leitmedium präsentiert. Und auf Online vergessen.  

M. Weberberger: Gleich vorab, weil es so schön provokant im Untertitel der Konferenz steht: Ist Bewegtbild nur ein Hype oder das Zukunftsmodell?

F. Stich: Ich würde eher vorschlagen, es einen altbekannten Freund zu nennen. In den interessanten Diskussionen ist herausgekommen, dass noch viel Potenzial vorhanden ist. Bewegtbild muss man in einen 360° Mediamix eingliedern. Auf dem Bewegtbild-Gipfel 2015 war der größte Fokus immer noch hauptsächlich auf den TV-Bereich gelegt.

M. Weberberger: Was war Ihr persönliches Highlight der Konferenz?

F. Stich: Zum Thema Multichannel-Nutzung beziehungsweise Parallelnutzung von TV und portablen Devices hat Dr. Martin Rothensee (Research Director und Partner, eye square) spannende Insights aus der Forschung mitgebracht: „Die User sind mittlerweile sehr aktiv bei ihrer TV-Multichannel-Nutzung. Es gibt einen Blickwechsel vom TV-Gerät zum Smartphone oder Tablet von rund 100 Mal pro Stunde. Das Spannende: User finden das nicht (mehr) anstrengend!“ Rothensee hebt besonders hervor, dass die User für kürzere Informationen WhatsApp nutzen und für längeres Aufhalten im Web Facebook verwenden.

M. Weberberger: Was waren die wichtigsten Aussagen der Konferenz?

F. Stich: Es gab 3 spannende Aussagen und Teilbereiche auf der Konferenz:
1. Es muss eine gemeinsame Währung von TV und digitalem Bewegtbild geben - angeblich kommt diese 2016-2017. Wobei hier klar gesagt wurde: Bitte nicht Äpfel mit Birnen vergleichen!

2. Das Potenzial, die beiden Screens zu verbinden, ist riesig! Bitte in den (kreativen) Konzeptionen beachten und sich trauen, Storytelling über alle Kanäle zu verbinden. Erst durch ein Zusammenspiel der beiden Kanäle gibt es den bestmöglichen Output. Ideal ist es, einen ersten großen Push über TV zu machen und diesen nachher durch sequenzielles Storytelling in den Social Media Kanälen zu verlängern.

3. Ping-Pong-Effekte On- und Offline: Superfans und Stars sollte man dafür nutzen, TV-Werbungen und Sendungen auch online weiterzuspielen. Beispielsweise werden mittlerweile Vlogger & Blogger aktiv in Sendungen wie The Voice of Germany eingebunden – danach können die User live online die Geschichten rund um die Lieblingskandidaten weiter(er-)leben.

M. Weberberger: Wohin geht der Trend nach Meinung der Keynote Speaker?

F. Stich: TV wurde als „total video“ bezeichnet. Gerade die jungen Generationen erkennen keinen direkten Unterschied mehr zwischen TV und dem Online Angebot. Aufgrund der Digitalisierung von TV-Endgeräten kann jederzeit auf aufgezeichnete Sendungen oder Filme zurückgegriffen werden. Für viele bedeutet es unabhängig der tatsächlichen Quelle einfach „fernsehen“.

M. Weberberger: Welche Erkenntnisse haben Sie für Ihre eigene Arbeit gewonnen?

F. Stich: Integriertes Kampagnendenken wird immer wichtiger, um den gewünschten Impact zu erzielen. Gerade das Thema Reichweite versus Umfeld wird die nächsten Jahre dominieren: Also: Fokussiere ich mich auf möglichst viele Personen oder möchte ich genau die Richtigen erreichen. Gerade hier können wir als digitale Media-Agentur unseren Auftraggebern dabei helfen, den Mediamix zu optimieren und in den sozialen Netzwerken kreativ weiterzuspielen.
Das Thema Virtual/Augmented Reality ist leider kaum debattiert geworden. Nur Oliver Busch (Head of Agency DACH bei Facebook) hat kurz darüber gesprochen. Hier steckt viel Potenzial für innovative Kunden! Deshalb wird das auch eines der Themen bei unserem ambuzzador Jubiläums Social Fitness Breakfast am 11. Dezember im Impact Hub Vienna sein.

Was sind eure Meinungen und Erfahrungen mit Bewegtbild? Lasst mich eure Gedanken in den Kommentaren wissen.

[Michael Weberberger]
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