Superpraktikum statt Superpraktikant
 

Superpraktikum statt Superpraktikant

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Mit der als Praktikantensuche getarnten Eigen-PR haben die ÖVP, Josef Pröll und deren Beraterstab Studenten und Uni-Absolventen aus kommunikationswissenschaftlichen Studienrichtungen eine saftige Watsche verpasst (siehe Kommentar HORIZONT 45/09).

Mit der als Praktikantensuche getarnten Eigen-PR haben die ÖVP, Josef Pröll und deren Beraterstab Studenten und Uni-Absolventen aus kommunikationswissenschaftlichen Studienrichtungen eine saftige Watsche verpasst (siehe Kommentar HORIZONT 45/09). Denn in Zeiten, in denen Studierenden das Gefühl gegeben wird, dass die Aneinanderreihung von Gratis-Praktika die Chancen auf real bezahlte Jobs steigert, kommt eine Aktion aus der Politik, deren Entscheidungen ja zwangsläufig den Weg für das Dilemma der Berufseinsteiger pflastern, nicht gut an. Nachdem die Superpraktikantin nun endlich gefunden und die Woche des „Praktikantenseins“ über verschiedenste Kanäle abgefeiert wurde, macht sich auch die Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier, GPA-djp, öffentlich auf die Suche nach einem Praktikanten.

Auch die GPA-djp springt auf den „Super“-Express auf – allerdings dreht sie den Spieß um: Nicht der zukünftige Praktikant soll super sein, sondern das angebotene Praktikum verheißt dieses Attribut. Das auf die ÖVP-Aktion anspielende Motto „Politisch am Ball – statt am Jägerball“ verspricht: Statt Prestige und Lächeln in TV-Kameras wird der zukünftige GPA-djp-Praktikant in Arbeitsläufe eingebunden und sein Wissen in der Praxis erproben dürfen. Ein richtiger Job eben, der mit wirklichen Euros entlohnt wird. „Mit einem Besuch des Jägerballes können wir nicht aufwarten. Dafür mit dem hautnahen Erleben der Politik in einer großen Interessenvertretung“, so die Ankündigung der Gewerkschaft. Ob diese hält, was sie jetzt verspricht, sehen wir im September, wenn der Praktikant seinen Dienst antreten wird.

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