Straßenkriegskarikaturen
 

Straßenkriegskarikaturen

Glosse von Clemens Coudenhove

So eine Woche in den Bergen ohne TVund Zeitungen tut gut. Und trotzdem komme ich den Riots in London nicht aus, Web am Handy sei „Dank“. Angekommen in Wien, ziehe ich mir dannauch noch die gestapelten Boulevardzeitungen im Schnelldurchlauf rein: „Chaoten zünden London an“, läss tÖsterreich wissen, und einen Tag danach „Kinder-Terror in England“.

Und bei uns? Straßenkriege der etwas anderen Art. Haben es die Riots bis in die Alpenrepublik geschafft? „Flammen und Schüsse auf A1“, lässt Österreich (nebst vier Fotos brennender Autowracks) wissen und: „Bursch feuert aus Auto auf Frau“ oder „West wird zur Horror-Autobahn“. Am Freitag zuvor dann wenigstens Unterhaltungswert: Da hieß es auf Seite 8 noch: „Banker geköpft, Zittern um Frau“ neben „Sonne, Sommer, endlich!“ und „Yvonne macht Welt-Karriere“ (Eine Kuh).

Und wenn schon Krieg auf der Straße, dann bitte so wie am 16.August: „Tangente: Autofahrer prügeln sich“. Österreich spricht von Stahlrute und Aluminiumlatte als Waffen. Die andere Gratiszeitung, nämlich Heute, berichtet von Teleskopschlagstock und Metallstange, mit denen sich die beiden Autorowdys spitalsreif prügelten, weil sie sich vom Fahrstil des anderen provoziert fühlten.

Und damit uns nicht nur die Vorstellung an die Schlägerei amüsieren soll, wurde auch gleich noch eine Zeichnung mitgeliefert. Danke, liebe Heute-Redaktion! Bitte mehr von dieser Art Karikatur!
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