Sind native Ads wirklich böse?
 

Sind native Ads wirklich böse?

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Kommentar von Jakob Steinschaden

Native Advertising haftet nicht zu Unrecht der Vorwurf an, Schleichwerbung zu sein. Wenn man bei Facebook durch den News Feed scrollt, dann muss man manchmal ziemlich genau schauen, ob ein Beitrag von einem Werber bezahlt wurde und deswegen dem User gezeigt wird. In kleinen grauen Buchstaben steht dann „Gesponsert“ unter dem Namen des Absenders, ansonsten sieht die Werbung aus wie jedes andere Update. Native Advertising ist bei ordentlicher Kennzeichnung aus meiner Sicht die Antwort auf zwei große Herausforderungen, vor der Publisher und Werber in Österreich stehen: Ad­blocker und Mobile.

Wie eine neue Studie von Adobe und PageFair ­aufzeigte, wird das Problem der Werbeblocker im Netz immer größer. Weltweit nutzen fast 200 Millionen User Software, mit der sie unliebsame Banner oder Pop-Up-Reklame auf Webseiten blockieren können, und laut PageFair drückt das die Werbeeinnahmen von Publishern weltweit um satte 22 Milliarden US-­Dollar. In Österreich liegt die Nutzungsrate bei 21 Prozent. Bedeutet: Ein Fünftel der User sind über „klassische“ Onlinewerbung kaum bis gar nicht erreichbar. Neben dem Adblocker-Problem gibt es die Herausforderung Mobile. Während vor allem Google und Facebook im Mobile-Bereich Milliarden­umsätze abstauben, tummeln sich auf vielen anderen mobilen Angeboten Millionen Nutzer, die nicht ausreichend monetarisiert werden können, weil die Werbeindustrie noch recht wenig Geld in dem Bereich ausgibt. Mobile Webseiten sind einspaltige Feeds, in der sich wie bei Facebook oder Twitter die Inhalte untereinander auffädeln und der User von oben nach unten scrollt. Es gibt auf Smartphones eigentlich keine andere Möglichkeit, als unter diese Feed-Inhalte Werbung zu mischen.

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