Seltsames Radio-Halbjahr
 

Seltsames Radio-Halbjahr

Betrachtung von Herwig Stindl

Autsch, das tut natürlich weh: ORF-Hitradio Ö3 verliert national bei allen Radiohörern ab zehn Jahren und den „Werberelevanten“ im zweiten Halbjahr statistisch signifikant Hörer. Ebenso geht es der RMS-Top-Kombi in Wien. Bei den „Jungen“ gewinnt der Musiksender 88,6 in Niederösterreich statistisch signifikant, Hitradio Ö3 holt sich eine Klatsche in Salzburg. Insbesondere im Wiener Radiomarkt ist das Halbjahr ungewöhnlich: Da gibt es – allerdings innerhalb der statistischen Schwankungsbreite – mit Ausnahme vom privaten Radio Ö24 bei den Werberelevanten nur Verlierer. Ist es der sehr lange, sehr heiße Sommer? Ist es die sich verschärfende aktuelle ­Situation an den Grenzen und Bahnhöfen – Stichwort „Willkommenskultur“ – die raus auf die Straße getrieben hat respektive vielleicht eher zum Rezipieren von TV-Bild-Berichten neigen ließ?

Das zweite Halbjahr 2015 ist ein durchwachsen seltsames Jahr für die Radiomacher, bei ungebrochenen Größenverhältnissen der öffentlich-rechtlichen Sender zu den stetig, schritt- und prozentpunktweise aufholenden Privaten.
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