Rote Punkte auf Ministerin-Fotos!
 

Rote Punkte auf Ministerin-Fotos!

Glosse von Sebastian Loudon

Eine unselige Debatte hat uns wieder eingeholt: „Mit Bildprogrammen bearbeitete Körperfotos von Frauen ­sollen gekennzeichnet werden.“ Also sprach Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek. Und zwar soll diese Kennzeichnung mit einem Ampel-System passieren. Ein grüner Punkt bei leichter Retusche, ein roter bei schwerwiegender Manipulation.

Aus der Perspektive einer Branche, die gern auf Selbstregulierung setzt, ist dies natürlich abzulehnen. Werbung ist eben nur ein Spiegel der Gesellschaft, Irrwege wie ein völlig verkorkster Schönheitswahn und seine teils schwerwiegenden Konsequenzen kommen aus der Gesellschaft selbst und nicht von der Plakatwand.

Und überhaupt: Auch als Politikerin sollte man sich das mit den roten Punkten gut überlegen. So manches Polit-Antlitz auf Wahlplakaten würde ob seiner Natürlichkeit sonst den Verdacht lostreten, hier hätte jemand die Masern-Impfung geschwänzt. Und das kann ja auch niemand wollen.
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