Preisübergabe ohne Worte
 

Preisübergabe ohne Worte

Kommentar von Birgit Schaller

Na sicher, es gehört dazu und sowieso macht es Spaß – sind Mann und Frau in einer Führungsrolle tätig, ist klar, dass sie sich dann und wann auf einer Bühne wiederfinden. Beim Effie war es wieder so weit. Hauptdarsteller des Abends ­waren die Preisträger, Kreative, Marketer und Medialeute, ebenso onstage und durchwegs amüsant war ORF-­Moderator Roman Rafreider, swingend sorgten die drei Su’Sis a ­cappella für Stimmung.

Ja, und dann durften einige Sponsorenvertreter ins Rampenlicht. Neben ÖBB-Unter­nehmens­sprecherin Kristin Hanusch-Linser, News-Geschäftsfüh­rerin Anett Hanck und ­asphaltart-Chef ­Günter Weninger wurden Klaus Schauer und Stefan Lassnig, RMA, ORF-Enterprise-Boss Oliver Böhm und meine Wenigkeit berufen. Die Aufgabe: Übergabe der Effie-Trophäen – und schweigen. Das stiftete Verwirrung. Nicht nur Alphatiere fühlen sich schweigend auf einer Bühne rumstehend verständlicherweise etwas unwohl – Preise zu überreichen ist würdig, aber nur als „Nummerngirl“? Roman Rafreider war unschlüssig, soll er jetzt mit den Herrschaften plaudern, oder wollen die eh lieber nur ins Publikum lächeln?

Oliver Böhm, er überreichte den Platin-Effie an die Demner-Crew, wurde zwangs­beglückt, „ein Enterprise-­Chef muss ­reden“, befand Rafreider, und Böhm bemerkte schlagfertig: „Ich hab mich intensiv vorbereitet auf den Sieger und dafür viel gegessen. Es war die beste Diät seit Langem.“ Ja, Mannerschnitten (auch Vollkorn) mag Mann eben. Aber was ich eigentlich sagen will: Vielleicht ist die wortlose Preisübergabe in diesem Fall doch zu wenig? Meine Vorschläge: Verlesung der Preisträger, eigenes Statement oder eine Frage des Moderators an den Sponsor. Ich glaub’, das würd’ den wirklich netten „Job“ noch ein bisserl beleben.
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