Müssen wir jetzt täglich posten?
 

Müssen wir jetzt täglich posten?

Facebook Reichweite vs. Frequenz von Postings unter der Lupe

Dass diese ominöse Größe des Edge Rank über die Sichtbarkeit unserer Postings auf Facebook entscheidet ist bekannt. Wie es scheint, dürfte aber vor allem die Frequenz der Postings eine ganz entscheidende Rolle dabei spielen, wie viel Reichweite wir im Netzwerk unter den Fans einer Page, aber auch bei deren Freunden erhalten. 

 Ich betreibe die Seite „Gschmeidig Gworben“ und habe mir dort einmal im Detail angesehen, wie sich die Reichweite entwickelt. Wie in der Grafik aus den Facebook Insights der Page deutlich sichtbar ist, korrelieren die Werte der „talking about this“ (TAT) und der Reichweite direkt miteinander. Geht die Messgröße TAT nach oben, so steigt auch die Reichweite. Sinkt TAT sinkt die Reichweite unmittelbar mit.

 

Selbsterfüllende Prophezeiung?

Das ist einerseits selbsterfüllende Prophezeiung. Schließlich sorgt jede Interaktion ja für Reichweite. Allerdings ist interessant, dass es nach Durststrecken, in denen die Reichweite sinkt, sehr schwer ist und lange dauert, bis man die Reichweite wieder nach oben bekommt. Dazu sind viele gute, TAT-intensive Postings notwendig.

Und Facebook ist da gnadenlos. Die Reichweite sinkt, sobald einige Tage keine Postings kommen. Fängt man dann nach einer Pause wieder zu Posten an, klettert die Reichweite nur ganz langsam wieder nach oben. Daher die Frage: „Müssen wir jetzt täglich posten?“

 

Mehrmals täglich?

Und tatsächlich scheint das zu helfen. Noch empfehlenswerter: mehrmals pro Tag. 

Ich bin mit „Gschmeidig Gworben“ so wie einige andere sehr erfolgreiche Seiten, wie zum Beispiel „The Nerd Code“ oder „This is it“ zu dieser Strategie über gegangen. Und sie funktioniert wirklich gut. Facebook scheint es sogar vorzuziehen, dass man zwei mittelmäßig erfolgreiche Postings macht, anstelle von einem guten. Natürlich muss der Content generell passen, sollte also Interaktion auslösen und gefallen. Mut und Experimentierfreude werden aber sichtlich belohnt. Im Zweifel also gerne mal was posten, ausprobieren, wie es ankommt und eventuell ein zweites oder drittes Posting nachschießen, als auf den perfekten Content zu warten und unter Umständen mehrere Tage gar nicht präsent zu sein. 

Ich habe auch mit Ulf Weihbold, dem Macher hinter „The Nerd Code“ gesprochen und er kann das aus seiner Erfahrung nur „voll und ganz bestätigen“. Zusätzlich gilt selbstverständlich: je mehr Interaktion, desto schneller wächst die Reichweite. Gerade erst kürzlich (am 10. Mai und 30. Mai) hatte The Nerd Code zwei Postings mit jeweils über 1.000 Likes und steht aktuell bei knapp 12.000 talking about this - beachtlich bei knapp 15.000 Fans.

Regelmäßige Beiträge und einzelne Shooting Stars treiben den Edge Rank offenbar massiv nach oben.

 

Text vs. Bild

Seit Facebook vorgestern die Statistik zur Reichweite innerhalb der eigenen Community angibt, lässt sich der Effekt, den verschiedene Arten von Content auf den Edgerank haben auch sehr schön nachvollziehen. Ein Experiment mit einem erfolgreichen Text-Only-Posting im Vergleich zu einem erfolgreichen Bild-Posting zeigt bei Gschmeidig Gworben ein eindeutiges Bild. Beide erhielten 65% Reichweite innerhalb der eigenen Fanbase. Das ist gut. Das Bild Posting hatte dabei allerdings knapp doppelt so viel Gesamtreichweite, erreichte also wesentlich mehr Menschen ausserhalb der eigenen Fans. Die Faustregel Bild vor Text bestätigt sich also zumindest in diesem ersten Test.

Ebenso bestätigt sich die bereits sehr überstrapazierte Floskel „Content is King“. Tägliches oder besser noch mehrmals tägliches Posten von guten, interaktionsstarken Inhalten ist offenbar der Schlüssel zu Reichweite und Sichtbarkeit auf Facebook.

Was sind eure Erfahrungen mit Facebook Reichweite? Teilt eure Meinungen und Tips gerne in den Kommentaren.

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