Mobiler Kurzschluss
 

Mobiler Kurzschluss

Kommentar von Rainer Seebacher

Rot, schlank und hell – so lacht ein LED-Rücklicht dem Leser eines Fahrradmagazins als stylishes Produkt entgegen. Viel Info bietet die Anzeige nicht. Doch hinter dem QR-Code sollen sich mehr Infos verbergen, so das gedruckte Werbeversprechen. Alles klar – Smartphone raus, Reader starten, und schon lädt der Browser die Website. OK – das Werbeversprechen mit der Information wird gehalten: Nun kann der User im gesamten digitalen Katalog des Anbieters blättern. Blöd: Dieser ist für Bildschirme programmiert – und nicht für kleine Smartphone-Displays. Der Werbeeffekt: ein negativer. Denn wer in seiner Kommunikation so unüberlegt agiert, kann wohl keine guten Produkte herstellen – ein naheliegender Schluss.

Die Anzeige ist leider kein Einzelfall: Der Umstand, dass 69 Prozent der Österreicher ein Smartphone besitzen und dessen Möglichkeiten auch nutzen, ist in der Wirtschaft noch nicht angekommen. Denn – so besagt eine von Google beauftragte Studie: Nur 38 Prozent der österreichischen Unternehmen, die eine Website betreiben, haben diese für die mobile Welt optimiert. Die Google-Initiative, die dieses Manko beheben will, ist zu begrüßen (siehe Seite 6). Es überrascht aber doch, dass solche Aktionen nötig sind, denn jeder Marketer verfügt über ein Smartphone – das Problem sollte also bekannt sein.
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