Mehr als ‚nur‘ ein Sieg der Vernunft
 

Mehr als ‚nur‘ ein Sieg der Vernunft

Glosse von Herwig Stindl

Na also, geht doch! Am 5. Juli wurde verhandelt, am Montag, dem 9. Juli, pünktlich um 12 Uhr mittags kam die wohl erlösende Aussendung via APA-OTS in die Welt: „Rückwirkend 3,3 Prozent Gehaltsplus für Beschäftigte in Werbung und Marktkommunikation in Wien“.

Das bezieht sich freilich nicht auf die Ist-Gehälter, sondern auf die kollektivvertraglichen Mindestgrundgehälter (das „Einstiegs-Mindestgehalt“ beträgt nun 1.300 Euro – eine Forderung der Gewerkschaft GPA-djp – bis dato waren das 1.231,60 Euro. Das kollektivvertragliche „Maximalgehalt“ (Verwendungs- gruppe 6, mindestens zehn Jahre) steigt von 5.044,50 Euro auf 5.211,50 Euro). Allemal mindestens rund 12.000 „An- gestellte“ in Wiener Mitgliedsbetrieben der Werbung & Marktkommunikation betrifft diese Neuregelung (und die Bundesländer-Fachgruppen, bis dato ohne Kollektivvertrag, schließen sich in der Regel an).

Das mutmaßlich bedeutendste Ergebnis der Verhandlungen sei hier im O-Ton zitiert: „Im Sinne der rund 12.000 Betroffenen haben wir uns außerdem darauf verständigt, auf sozi- alpartnerschaftlicher Ebene eine gemeinsame Lösung für die Frage der in der Fachgruppe zugeordneten Medienbetriebe zu finden“, berichten Fachgruppenobmann Michael Himmer und der stv. GPA-djp-Bundesgeschäftsführer Karl Proyer: „Außerdem wird die GPA-djp in nächster Zeit alles versuchen, um endlich die Verhandlungen über einen bundesweiten Kollektiver- trag weiter voranzutreiben.“ Das sollte doch eine gute Startrampe für Verlegerverband VÖZ und Journalistengewerkschaft-Vorsitzenden Franz C. Bauer sein, die ins Stocken geratenen Verhandlungen über die Integration der „Onliner“ aus Medienhäusern in den Zei- tungskollektivvertrag rasch zu einem Abschluss zu bringen!
stats