Man nennt es Streugewinn
 

Man nennt es Streugewinn

... oder wenn PR-Profis ihren Verteiler großzügig nutzen.

Manchmal scheint es als hätte man als Journalist schon ein "Maßl". Nämlich genau dann, wenn ein PR-Mensch nicht lange überlegt und schlicht diverse Einladungen an seinen gesamten Verteiler versendet. So begab es sich, dass besagter PR-Profi aussandte, und zum Kabarett lud: Strobl und Steinböck präsentieren ihre Premiere zu "Aramsamsam".

Na in diesem Fall war es besonders lustig. Nicht nur, weil Steinböcks Schmäh mag, wie die altbekannte "G'schicht" zu den Wiener Linien "Wien Hütteldorf" (ist in realo noch viel großartiger als auf YouTube) mag. Sondern weil ich lustigerweise Kabarettkollege Thomas Strobl nicht nur aus Zeiten als er für die Jazzgitti Lieder komponierte, mit Sokal oder immer noch Viktor Gernot auftritt kenne, sondern so gut, dass er mich zur Premiere ohnehin eingeladen hätte. Das wusste der PR-Mann nicht.

Ja, was soll ich sagen, es war ein super netter Sonntagvormittag. Lachmuskelkater inklusive. Die Ausrede, warum ich diesmal den Marathon leider nicht laufen konnte, hatte ich somit auch gleich in der Tasche.

Ja, so gehen die Wege manchmal. Was ich sagen will: dass PR-Agentur-Versendungen in falsche Richtungen möglicherweise auch mal zum Erfolg führen können, denn sonst hätt ich die Premiere zwar gesehen, aber eben rein privat.

In diesem Fall muss man im Marketingjargon sagen, es war ein Streugewinn, weil ich jetzt eben doch was schreib über die Premiere, auch wenn Kabaretts  nur am Rande die HORIZONT-Spezialthemen streifen. Zuletzt etwa als bei der Adgar-Gala, ein alljährliches Werbe-Highlight, als Florian Scheuba zwecks Auflockerung über die Printbranche herzog.

Von Reisen aus Tourismuskreisen über Presskonferenz-Infos vom Hard Core Industriebetrieb bis zur Aussendung der Fleischereiinnung, hat sich schon vieles zu mir verirrt. Es gibt ja so viele Journalisten im Lande ... Manchmal wird dann der Streugewinn zum unpassenden Mailboxärgernis oder gar zum unpassenden (weil falsches Thema für falschen Journalisten) Anrufterror. Also ein wenig Recherche stünde der PR-Branche manchmal nicht schlecht zu Gesicht.

stats