Larissa in der Dschungelhölle
 

Larissa in der Dschungelhölle

Glosse von Birgit Schaller

Sie ist Tagesthema Nummer eins – ob Bild, Spiegel oder Welt, Heute, Standard, Kurier oder Kleine Zeitung und von Shitstorms auf Facebook und Twitter ganz zu schweigen – täglich grüßt Larissa. Die Tochter eines Kärntner Hoteliers, die mit 16 als Siegerin von „Austria’s Next Topmodel“ bekannt geworden war, zog als „Star“ ins Dschungelcamp und beschert dem RTL-Format seit 17. Jänner täglich Rekordquoten und den Medien „a G’schicht“. Die 21-Jährige, die in New York lebt, hat schauspielerische Ambitionen, feiert aber mediale Erfolge mit raunzig-direkter Art, einiger Dummheit und offensichtlichen psychischen Defiziten in Reality Shows.

Ihre Troubles im Zusammenleben gestalten sich, dezent gesagt, als schwierig – „zu oft vom Wickeltisch gefallen“ oder „schizophren“ sind die harmlosen Meldungen ihrer Mitbewohner. Und ihr Heimatbundesland geniert sich bereits in Grund und ­Boden, wie die rund 40 aufgebrachten Tweets von Stefan Petzner und die Kärntner Krone bestätigen. Ja, sie selbst fragt sich, ob sie Deutschland und Österreich für immer den Rücken wird kehren müssen. Wie auch immer, die hysterische Obernervensäge Larissa ist die perfekte Persönlichkeit für das Genre Scripted Reality, und somit ein Glücksfall für RTL.

Das Format mit den Z-Promis braucht Skandale, und Larissa hat den Wahnsinn gepachtet und lebt ihn vor der Kamera. Was aus der Außenseiterin im Camp nach der Sendung wird, kümmert naturgemäß niemanden. Moralisch bedenklich bleibt Reality jedenfalls, aber wer sich darauf einlässt, ist selber Schuld. Formate, die Menschen als Ware betrachten und in denen Larissa für die nächsten 15.000 Euro unterkommen kann, gibt es jedenfalls wie Sand am Meer. Leider.
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