Irgendwie, irgendwen muss ’s doch …
 

Irgendwie, irgendwen muss ’s doch …

Kommentar von Lana Gricenko

Ich gebe es zu, ich bin relativ spät in die ORF-2-Sendung „Liebesg’schichten und Heiratssachen“ eingestiegen – genauer gesagt in der aktuellen 17. Staffel –, aber knapp eine Million Zuschauer pro Folge können nicht irren. Und nun muss ich mir die Sendung jeden Montag ansehen – schließlich sieht man bei Kuppelshows selten solch authentische Charaktere wie bei der Frau Spira. Privat-TV-Formate wie „Messer, Gabel, Herz“ oder „Bauer sucht Frau“ erscheinen mir persönlich hingegen zu künstlich, zu geschnitten und zu unseriös. Also sitzt man nun wöchentlich zusammen vor dem Fernseher und berät sich, wer wohl die meisten Zuschriften erhalten wird und freilich auch, bei wem trotz TV-Aufruf die wenigsten Briefe ins Haus flattern werden.

Was mich an der Sendung beeindruckt? Der Mut dieser einsamen Herzen – die Menschen erzählen von den Päckchen, die auf ihren Schultern lasten, meist traurige Erinnerungen an vergangene Beziehungen. Da nimmt Marianne ihren Mut zusammen und erzählt der TV-Gemeinde von ihrem Ex, einem Alkoholiker, mit dem sie 30 Jahre lang verheiratet war. Oder der verwitwete Jochen, der sich nach sieben Jahren wieder für eine Partnerschaft öffnen möchte – vielleicht findet er auf diesem Wege ja eine Dame, die ihm neben positiven Charakterzügen auch seine Lieblingsmehlspeise, Apfelstrudel, backen kann.

Ach ja, und ein bisschen tut’s dem eigenen Ego ja auch gut, diese Sendung zu sehen, denn wie es scheint, findet bei der Spira selbst der einsamste Wok einen passenden Deckel. In der letzten Folge am 30. September gibt’s übrigens die „Kuppel-Bilanz“.
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