Irgendwann war jeder mal ein EPU
 

Irgendwann war jeder mal ein EPU

Kommentar von Andreas Hierzenberger

Siehe da: Die LAE hat sich gesund­geschrumpft. Die Entscheidung, aus der Befragung den Anteil derjenigen Unternehmen auszuklammern, deren Mitarbeiterstand sich bei unter fünf Personen bewegt, lässt sich sicher schlüssig erklären. Die LAE ist nun mal eine teure Angelegenheit, eine Zuspitzung auf die Leute, die wirklich Geld haben, die wirklich wirtschaftlichen Impact zeigen, liegt daher aus budgetärer Sicht nahe. Wir haben im Zuge der Interviews für das LAE-Dossier dieser Ausgabe natürlich auch die Frage gestellt, ob die Ein-bis-vier-­Personen-KMU vermisst werden. Von Bedauern keine Spur, man bediene eh auch die ganz Kleinen, denn die lesen eh auch Zeitungen und Magazine. Werberelevant sind halt nur die ­Großen, klar.

Tja: Microsoft bestand anfänglich aus zwei Personen. Die Liste der Mikro-KMU auf dem App-Sektor, die als Zwei- oder Drei-Personen-Unternehmen um mindestens siebenstellige Beträge den Besitzer gewechselt haben, wächst im Wochentakt. Und die Liste ist natürlich nicht nur auf den App-Bereich beschränkt. Ich sage nur: Inode hat auch zu zweit angefangen.
Eine relevante Reichweiten- und Nutzungsstudie also einerseits hart zu beschneiden – wie viele Unternehmen fallen beim 2.0-Schnitt der LAE weg? 200.000? –, andererseits den ständig wachsenden Digitalmarkt nahezu unberührt zu ignorieren, zeugt aus meiner Sicht nicht gerade von Weitblick.

Sieht eher nach Nabelschau aus. Dass der Konsens pro LAE 2.0 dann doch nicht sooo einstimmig ausfällt, können Sie auf Seite 22 nachlesen. Ach ja: Auf Seite 30, unserer „Foto-Story“, sehen Sie, dass jeder von uns auch Entscheider ist. Etwa auch ein HORIZONT-Redakteur.
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