Hand in Hand im virtuellen Team
 

Hand in Hand im virtuellen Team

Kommentar von Andreas Hierzenberger

Die Medienbranche wird seit geraumer Zeit von Spardruck geplagt. Fast im ­Wochentakt wird landes-, europa- und weltweit von Aktionen gegen geplante Kürzungen, Zusammenlegungen und Not-Kooperationen berichtet. Betriebs-, Personal- und andere Kosten sowie steigende Gewinnerwartungen scheinen Verlagshäuser weltweit langsam, aber sicher aufzufressen – eine Entwicklung, die aber ohnedies in der gesamten Wirtschaft um sich greift.

Abseits, in anderen Rubriken, wird rasanter technischer Fortschritt bejubelt, nicht allein, aber vor allem auf den Gebieten Groupware, Bandbreite und mobile Endgeräte. Und hier könnte sich, aus dem richtigen Winkel (und mit viel Fantasie) ein Ausweg aus der ­Kosten-/Fusionsfalle abzeichnen, in die Verlagshäuser schlittern. Die Frage ist nicht neu, aber: Wäre es nicht doch möglich, in naher Zukunft ein Print­medium in der Cloud zu produzieren?
Vorweg: Menschliche Nähe, etwa in Redaktionssitzungen oder spontanen Brainstormings, digital zu übersetzen, wird (zum Glück) wohl Science Fiction bleiben. Als Annäherung wären allerdings Multimedia-Konferenzen in ruckelfreier Qualität denkbar. Gemein­sames Arbeiten an Grafik und Text ist heute schon mit plattformübergreifenden Plugins à la TeamViewer möglich – und hier wird eifrigst weiterentwickelt.

Und so weiter – fast für jeden gewohnten Produktionshandgriff vor Ort gibt es eine Online-Entsprechung, ­deren Einsatz auch keine Arbeitsplätze zum Opfer fallen müssten. Und der ­autistischen Cloud-Arbeitsweise stünde beträchtliche Kostenersparnis gegenüber: Anschaffung und Wartung von stationären Arbeitsplätzen nebst der notwendigen Bürofläche entfielen für die Unternehmen (es müssten zuallererst aber, rein versicherungstechnisch, neue Vertragsklauseln ausgetüftelt werden).

Ob sich so eine Zeitung machen ließe, wie es sich „anfühlen“ würde,
ist – wie dieser Kommentar – reine Spekulation. Aber die Manpower dahinter wäre auch in Krisenzeiten gesichert, weil nicht ein­gespart.
stats