Gelebter Enthusiasmus
 

Gelebter Enthusiasmus

Glosse von Gerlinde Giesinger

Während manch andere im Studierendenalter an einem sonnigen Freitag Mitte Juli dem Feierabend entgegenfiebern, im Freibad liegen oder Ausgeh-Pläne schmieden, sitzen sieben junge Kommunikationsbegeisterte an einem solchen Tag in der Redaktion des TV-Senders W24 und bereiten sich auf 24 Stunden Brainstorming, Köpferauchen und Kreieren vor – Arbeit statt Freizeit.

Helena, Moritz, Mario, Patrik, Tamás, Theresa und Elzbieta haben sich für die Pop/Up/Agency qualifiziert, ein Projekt des Fernsehsenders, das es in dieser Form noch nicht gab. 24 Stunden Zeit, um an einer Kampagne zu feilen, die so oder so ähnlich im kommenden Herbst tatsächlich geschaltet wird. Die jungen Talente sollen frischen Wind und neue Perspektiven mitbringen, eine Kampagne konzipieren, die möglichst auf allen Kanälen funktioniert und für Aufmerksamkeit sorgt. Keine leichte Aufgabe, für die Agenturen üblicherweise ein Vielfaches Mehr an Zeit, Ressourcen und Hintergrundinformationen benötigen – ganz zu schweigen davon, dass diese meist aus einem eingespielten Team bestehen. '

Die Pop/Up/Agency – zweifelsohne ein innovatives Experiment, aber wie es Experimente so an sich haben, eben auch eine Herausforderung. Und hat es funktioniert? Es scheint so – Sender und Agentur-auf-Zeit-Teilnehmer schwärmen jedenfalls gleichermaßen von dem Prozess und dem Ergebnis. Wie dieses aussieht, wird sich im September zum Startschuss der Kampagne zeigen. Eins ist allerdings klar: So viel gelebten Enthusiasmus hätten einige den jungen Kommunikationstalenten, die angeblich allzu oft „eh nur irgendwas mit Medien machen wollen“, vielleicht nicht zugetraut.
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