Es lebe der Sport
 

Es lebe der Sport

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Noch vor ihrer Eröffnung wurden die Olympischen Winterspiele in Vancouver vom Tod des georgischen Rennrodlers Nodar Kumari­taschwili überschattet.

Noch vor ihrer Eröffnung wurden die Olympischen Winterspiele in Vancouver vom Tod des georgischen Rennrodlers Nodar Kumari­taschwili überschattet. Der 21-jährige Sportler war am 12. Februar beim Training aus dem Eiskanal in Whistler Mountain geschleudert worden und seinen schweren Verletzungen erlegen. Der Olympischen Gemeinde sitzt der Schock tief in den Knochen, und auch bei den Sportfans rund um den Globus machte sich große Bestürzung breit. Dem nicht genug bekam man in der Zeit im Bild 24 nach dem Unglück mehr als nötig davon zu sehen. Frei nach dem Motto (und in Anlehnung an Reinhard Fendrichs Austropop-Klassiker): Mia san immer live dabei und mit dem HDTV (zu Deutsch: Hau-drauf-Fernsehen) seh ma olles gonz genau. Schon im Opener der Sendung, durch die Lisa Gadenstätter führte, wurden den Nachteulen vor den Fernsehschirmen die Live-Bilder des Unfalls bis knapp vor dem Aufprall des jungen Georgiers „gefühlsecht“ ins Wohnzimmer geliefert.

Nur ein Zyniker würde sagen, sie solle sich nicht so haben, die eine ZiB?24-Seherin. Die Infotainer des ORF-Nachrichten-Gustostückerls zur Geisterstunde hätten sie doch nur aus ihrem Halbschlaf rütteln wollen, um sie gewaltsam zur Aufmerksamkeit zu bewegen. Das ist ihnen tatsächlich gelungen, wenn auch nur kurz. Denn obzwar die Seherin einmal kurz die Augen aufriss, da sie sich über die geschmacklose Aufbereitung des Beitrags wundern musste, zog sie es gleich darauf vor, mit einem beklemmenden Gefühl des Fremdschämens zu Bett zu gehen und auf das Null-Uhr-News-Service des ORF zu verzichten.

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