Erste Analysen der Gmail Tabs: weniger Reichw...
 

Erste Analysen der Gmail Tabs: weniger Reichweite, wertvollere Interaktion

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Vor knapp einem Monat hat Gmail mit dem Roll-Out seiner Tabs-Struktur in der E-Mail Inbox begonnen.

Ich habe vor zwei Wochen bereits darüber berichtet und einige Tips gegeben, wie ihr einen negativen Effekt auf eure E-Mail Kampagnen abfedern könnt.

 

Nun gibt es erste Untersuchungen und Fakten zu den Auswirkungen der Reiter, hinter denen sich unsere E-Mails nun verbergen. Die Kollegen von Sailthru waren so nett und haben mehr als 70 Millionen Aussendungen analysiert und die Ergebnisse veröffentlicht. 

Dabei wurde nach Kundengruppen differenziert - nämlich E-Commerce Kunden zum einen und Media Kunden zum anderen, um die Ergebnisse nicht zu verwässern. Verglichen wurden dabei jeweils die Aussendungen der Woche vor der Umstellung mit jenen in der Woche nach der Umstellung durch Gmail. Da sowohl Öffnungs- als auch Interaktionsraten einer natürlichen Schwankung pro Woche unterliegen, wurden zu beiden Analysen auch jeweils Kontrollgruppen gebildet, nämlich all jene Mails, die an andere ISPs (Yahoo, Hotmail, etc.) verschickt wurden.

 

Ein durchaus sinnvolles Setup also, aus dem sich einiges ableiten lässt:
Die Öffnungsraten der E-Commerce Mails waren in der Woche nach der Umstellung bei Gmail um 1,1% höher, als in der Woche davor. Bei den anderen ISPs waren sie allerdings um 3,7% höher. Die Öffnungsrate bei Gmail ist also im Vergleich um rund 70% weniger stark gestiegen und oder hat anders ausgedrückt signifikant gelitten.

Ein ähnliches Bild zeichnet sich bei den Media Aussendungen. Hier waren die Öffnungsraten in der Woche nach der Umstellung bei Gmail um 6,6% schwächer als in der Woche zuvor. In der Kontrollgruppe gingen die Öffnungen ebenfalls zurück - allerdings lediglich um 3,4%. Gmail hat hier demnach sogar um rund 94% schlechter abgeschnitten.

 

Betrachtet man allerdings den Wert pro geöffnetem Mail, kommt Hoffnung auf, dass die Qualität der „Leser“ besser geworden ist. Bei den E-Commerce Mails lag der Wert pro Öffnung in der Woche vor der Umstellung bei den Gmail-Empfänger bei USD 0,11. In der Woche nach der Umstellung bei USD 0,08. Diesem Rückgang um rund 24% steht allerdings ein Rückgang um rund 27% in der Kontrollgruppe, nämlich von USD 0,09 auf USD 0,06 gegenüber. Gmail hat hier also um knapp 10% weniger verloren, als der Rest.

Bei den Media Aussendungen ist die Differenz noch eklatanter: Hier ist Gmail im Wochenvergleich sogar von USD 0,36 in der Woche vor der Umstellung auf USD 0,38 in der Woche danach gestiegen. Dieser Anstieg um rund 6% steht einem Rückgang bei den anderen ISPs um 1% gegenüber, wodurch Gmail die Kontrollgruppe in Bezug auf den Wert pro Öffner nach der Umstellung um mehr als 700% übertrumpfen konnte.

 

Fazit dieser ersten Ergebnisse ist also ein Rückgang der Öffnungsraten. Jene User, die die Mails aber lesen, zeigen mehr Interaktion und schaffen damit einen größeren Wert für die Absenderunternehmen. 

 

Habt ihr aus euren E-Mail Kampagnen bereits erste Erfahrungen mit Gmail Empfängern? Lasst mich eure Meinungen und Ergebnisse gerne in den Kommentaren wissen.

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