Entwicklungsroman einer TV-Redaktion
 

Entwicklungsroman einer TV-Redaktion

Glosse von Sebastian Loudon

Ich weiß, ich weiß, derzeit ist gerade „House of Cards“ an der Spitze der gehypten Fernsehserien, und das völlig zu Recht. Dennoch sei der geneigten Leserschaft an dieser Stelle eine andere Serie ans Herz gelegt, die mit be­merkenswerter Präzision jene Themen behandelt, die Journalisten im Besonderen und der Medienwelt im Allgemeinen dermaßen unter den Nägeln brennen, dass ein Fachmedium für Kommunikation schlicht nicht daran vorbeigehen kann. „News Room“ mit Jeff Daniels als grenzgenialem Anchorman einer abendlichen Nachrichtensendung erzählt die Entwicklungsgeschichte einer Redaktionstruppe, die einen Neuanfang beschreitet – zurück zu den Wurzeln des Fernsehnachrichtengeschäfts. Keine Soft News mehr, kein Hinterherhecheln bei exzessiv ausgeschlachteten Medienhypes, stattdessen unaufgeregte, im Bedarfsfall ­offensive Nachrichtenarbeit.

Das Spannende daran: Die erfundene Nachrichtenredaktion behandelt tatsächliche Ereignisse, so zum Beispiel die Erschießung von Osama bin Laden im Mai 2011. An dieser Stelle und gleichsam als Vorwarnung: „News Room“ ist sehr, sehr amerikanisch. Und dennoch unbedingt empfehlenswert.
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