Endlich können wir einander sehen
 

Endlich können wir einander sehen

Kommentar von Doris Raßhofer

Liebes Internet, viel wird über dich geschimpft. Du bist schuld, du bist unersättlich, du machst ­alles kaputt. Hör nicht hin. Es sind nur ein paar, die so denken. Aber viele wissen, was du kannst, wozu du fähig bist. Im Guten. Die Social-Video-Ad-Plattform Unruly hat aktuell das Video „Kony 2012“ mit zehn Millionen Shares zum meistgeteilten Video 2012 gekürt (HORIZONT online berichtete). Auf YouTube steht der Zähler bei fast 100 Millionen – und das bei satten 30 Minuten (!!!): Die unbekannte NGO Invisible Children beschreibt ihre Mobilmachung von Millionen von Menschen samt Regierung und Army, um den Rebellen Joseph Kony in Uganda zu fassen. Was zeigt dieser Viraleffekt? Ohne Internet konnte Kony 28 Jahre lang 30.000 Kinder entführen und versklaven, ohne dass es groß registriert wurde. Mit Internet können wir uns heute alle gegenseitig ­sehen. Und nur, wenn wir uns alle sehen, können wir uns gegenseitig schützen. Das ermöglicht neue Chancen, Geschichte zu schreiben. Danke, liebes Internet.
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