Ein bissl aufregen
 

Ein bissl aufregen

Glosse von Elisabeth-K. Praitenlachner

Seit Kurzem sind zwei vorweihnachtliche TV-Spots von Telering on air. In der Pressetext heißt es dazu: „Um die zwei neuesten Telering-Sensationstarife zu dramatisieren, wird der altbekannte Zwist ,Christkind versus Weihnachtsmann‘ gnadenlos auf die Schaufel genommen. Die beiden Charaktere liefern sich dabei einen beinharten, aber witzig inszenierten Kampf, wer wohl das bessere Geschenk hätte. Ein kritischer Seitenhieb auf die Kommerzialisierung der besinnlichsten Jahreszeit.“ 

Nach dem hier avisierten Seitenhieb kann man lange suchen. Hiebe werden darin eher direkt verteilt: Der Weihnachtsmann steht für den dicken Tarif, das Christkind für den dünnen, und einmal haut der rote Mann das kleine Mädchen, und das andere Mal ist es umgekehrt. Auffällig dabei ist, dass es einen normal veranlagten Menschen doch ein wenig schreckt, wenn ein minderjähriges, nur mit einem Nachthemd bekleidetes Mädchen mit Karacho in einer Glasvitrine landet – auch wenn sie böse schaut. Umgekehrt wirkt auch ihr unmotivierter Kick in das Gesicht des Weihnachtsmannes seltsam. Das bemüh tcoole Match bleibt schuldig, was es verspricht. Denn es ist unglaubwürdig und falsch gedacht. 1. Die „Tarife“ attackieren sich grundlos, und der Zusammenhang ist unlogisch. 2. Sowohl Christkind als auch Weihnachtsmann sind derart stark aufgeladene Eigenmarken, dass eine Verwendung als Tarife nicht funktioniert, und 3. Es ist weder witzig noch kritisch – es fehlt schlicht der Unterhaltungswert. Dass zum Schluss der Inder auftaucht, rettet die Zuordnung des Absenders. 

Fazit: Für einen Aufreger reicht das nicht, auch wenn es schon vor langer Zeit in Fendrichs „Es lebe der Sport“ hieß: „Muttersö’n allanich sitzt er do bis in da Frua und schaut beim Box’n zua, weu wenn si zwa in die Goschn haun, stärkt des sei unterdrücktes Selbstvertraun …“
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