Digital Marketing Trends 2012
 

Digital Marketing Trends 2012

Das kommt 2012 auf uns zu sagen Österreichs Online Meinungsmacher:

2011 war schon spannend und so wird es auch weitergehen. Ich selbst bin als bekennender foursquare Fanboy sehr erfreut über die Vielzahl großartiger Beispiele, wie LBS (Location Based Services) im vergangenen Jahr bereits erfolgreich eingesetzt wurde. Besonders begeistert haben mich die Charity-Promotions von jcpennyShelter Scotland und Arby's. Eine gute Idee perfekt umgesetzt hat McDonald's und auch Österreichische Beispiele können sich durchaus sehen lassen, wie Nokia oder das MQ Wien

Davon erwarte und erhoffe ich mir 2012 eine Menge mehr, und vor allem auch weitere Pioniere im deutschsprachigen Raum. Mich interessiert aber auch, was Österreichs Meinungsmacher im Online Marketing für 2012 im Kopf haben. Wovon wollen sie mehr sehen? Ich habe Alexander Novak, Karin Hammer, Doris Riedl, Jonny Jelinek, Stephan Wiesenhofer und Susanne Liechtenecker für euch gefragt - lest rein und kommentiert gerne fleißig, ob ihr zustimmt, oder ganz andere Dinge am Horizont seht! 

Alexander Nowak ist Inhaber der Werbe- und Social Media Agentur DER FALSCHE HASE. Er bloggt als DerFalscheHase über die Werbe- und Social Media Szene. 

Alex, was erwartest du von 2012? Wovon willst du mehr sehen? 

Alexander Nowak: Social Media Marketing wird verschwinden - Social Media beginnt gerade ein wesentlicher Teil unserer Kommunikation und unseres gesamten Marketings zu werden. Auch die Art und Weise, wie wir Geschäfte machen und abwickeln, wird teils davon bestimmt. Das ganze Web ist im Begriff "sozial" zu werden. Das heißt, Social Media Marketing wird zukünftig keine eigenständige Marketing Aktivität mehr darstellen, sondern, ähnlich SEO und E-Mail Marketing, ein weiteres Werkzeug im Marketing sein. Diese Werkzeuge dürfen nicht separiert betrachtet werden, da sie sich gegenseitig immer mehr beeinflussen. 

What's your story? - Marketing Kampagnen in 2012 können und dürfen sich nicht mehr auf ein Medium oder noch schlimmer auf eine Plattform beschränken. Die Kommunikation mit dem Kunden wird über-medial und das Bindeglied zwischen den Medien ist die Story, die hinter der Kampagne steht. Der Kunde will unterhalten und belohnt, nicht mit Produktfotos und -vorteilen abgespeist werden. 

Social Sales / Social Commerce - ist ein Thema, von dem sich noch viele Marketingverantwortliche, teilweise unverständlich ideologisch, abwenden. Ich bin der Meinung, die Zeit ist überreif, Social in den Sales Prozess mit einzubeziehen. Damit ist in erster Linie nicht der Shop auf Facebook gemeint, sondern die Öffnung der Online Shops für soziale Interaktion, Produktbewertungen, Crowdsourcing und anderem User Generated Content. Die Menschen wollen einkaufen und zwar mit ihren Freunden. 

Social Media Integration - Was auf Shops zutrifft, stimmt auch für das restliche Internet. Das Social Web ist bereits Realität. Social Content und User Generated Content sind nicht mehr ausschließlich auf sozialen Plattformen zu finden, sondern werden vermehrt in die Unternehmensauftritte eingebunden, auch ausserhalb der Blogs. Das wird den Marken helfen, treue Fans und Markenbotschafter aufzubauen. 

Mobil! Mobil! Mobill! - Social Media passiert in Echtzeit und Menschen teilen Inhalte, in dem Moment des Geschehens! Je beliebter Smartphones und Tablets werden, desto mehr wird sich Social auf mobile Endgerate verlagern. Smartphones geben den Benutzern eine unglaubliche Personalisierungstiefe und sie sind jederzeit verbunden. 

Karin Hammer, die Grande Dame der Onlinewerbung, ist Inhaberin der Agentur Freie Digitale und vielen auch aus dem IAB bekannt. 

Karin, was erwartet uns 2012? 

Karin Hammer: 2012 wird das Jahr der vernetzten Kampagnen, Werbekunden werden sich mit der Verbindung aller Medien- und Kommunikationskanäle auseinandersetzen und allen damit einhergehenden strategischen Herausforderungen begegnen. 2013 könnte also in direkter Folge das Jahr des "großen Reinemachens" werden, ein Hinterfragen bestehender Strukturen von Kunden- über Lieferanten-Beziehungen bis hin zu interner Datenverwaltung. 

Als spannendste Disziplin im digitalen Marketing sehe ich für 2012 nach wie vor die Mobilisierung, im speziellen Augmentierung und NFC Anwendungen. 

Doris Riedl ist Head of FastBridge Austria, der Online Media Unit der mediabrands/IPG Agenturen PanMedia, Initiative und UM (Universal McCann) sowie im Vorstand der ÖWA (Österreichischen Webanalyse) als Vizepräsidentin engagiert. 

Doris, was würdest du 2012 im Digital Marketing gerne sehen? 

Doris Riedl: Ich wünsche mir mehr "intelligente Werbung" im digitalen Bereich. Dieser bietet so viele Möglichkeiten der Vernetzung von Consumer Touch Points, User Insights und POS (Off und Online), welche bis jetzt kaum bis gar nicht genützt werden. Interaktive Banner in welchen ich zum Beispiel sofort die Verfügbarkeit von Flugtickets/Sitzplätzen oder auch Kleidungsgrößen überprüfen kann und mir auf einem Click eine Wegbeschreibung in das nächste Geschäft auf mein Mobiltelefon schicken lassen kann, würden mir eine Kaufentscheidung massiv erleichtern. Unterhaltsame und/oder sehr relevante digitale Werbung ist, denke ich die effizienteste Art sein Marketingbudget online einzusetzen. 

Bisher sind nur leider die meisten Umsetzungen eher verlinkte digitale "Offline-Sujets" die die Möglichkeit die das Medium bietet, nämlich Image und Awareness-Komponenten mit Dialog und Interaktion mit dem Konsumenten zu verbinden, nicht ausschöpfen. Ich denke, dafür müsste man sich auch endlich von der Unterscheidung "offline/online/ mobile" trennen und mehr in Richtung "wo erreiche ich meine Zielgruppe in welcher Situation oder Stimmung über welche Kommunikationskanäle am effizientesten?" denken. Digitalisierung spielt hier eine große Rolle, da sie es uns ermöglicht unabhängig von Zeit und Raum auf Informationen, die ich gerade benötige oder wünsche zuzugreifen. Über welches Endgerät (Telefon, Tablet, PC/Laptop oder webfähiger TV) das geschieht, ist dabei nachrangig. Daher wäre hier vor allem auch der Einsatz von einheitlichen technischen Standards (wie beispielsweise HTML5) sehr wichtig. 

Jonny Jelinek ist Geschäftsführer der Wiener Social Media Agentur webfeuer

Jonny, was würdest du 2012 gerne sehen? 

Jonny Jelinek: Für das neue Jahr erwarte ich noch mehr Unternehmen, die verstehen, wie wichtig das Thema Social Media ist und sich trauen, neue Wege zu gehen. 2012 sollte die Frage für Unternehmen nicht mehr lauten, ob sie das Social Web nutzen sollen, sondern nur mehr in welcher Form. 

Als allgemeine Entwicklung im Social Web möchte ich gerne sehen, dass sich Twitter hierzulande noch um ein vielfaches vergrößert. Durch die stärkere Verknüpfung von Social Media und der "Offline-Welt", etwa die Einbindung von Twitter & Facebook im TV, wird das vermutlich auch der Fall sein. Dem Beispiel von "The Voice of Germany" sollten auf jeden Fall noch viel mehr Formate folgen. Überhaupt wird die Verbindung von Internet und TV 2012 ein großes Thema werden. 

Im Hinblick auf die rasant steigende Smartphone-Verbreitung erwarte ich mir neue revolutionäre Möglichkeiten, das Mobiltelefon mit der Umwelt zu verknüpfen. Gerne würde ich sehen, dass Location Based Marketing im Massenmarkt ankommt und von Unternehmen auf kreative Art und Weise genutzt wird.

 Facebook wird, sofern nichts unerwartetes dazwischen kommt, in Kürze die 1-Milliarde-User-Marke erreichen und sich mit Sicherheit auch wieder etwas ausdenken, das die Kommunikation revolutioniert. Spannend wird, was Google macht, um aufzuholen. Angeblich soll ja erst ein Bruchteil dessen umgesetzt worden sein, was für Google+ geplant ist. 

Stephan Wiesenhofer beschäftigt sich seit Jahren intensiv mit dem Wandel der (Unternehmens-)Kultur hin zu mehr Transparenz und Offenheit und den damit einhergehenden Veränderungen des Kommunikationsverhaltens. Er ist Betreiber des Blogs wieselstein.com, Vortragender und Trainer für Social Media / Enterprise 2.0 und unterstützt Unternehmen im Bereich Neue Medien. 

Stephan, was erwartest du dir von 2012? Wovon möchtest du mehr sehen? 

Stephan Wiesenhofer: Ich denke wir können uns sicher sein, dass 2012 ein Jahr wird, in dem es an neuen und aufregenden Innovationen im digitalen Marketing nicht mangeln wird. Meiner Einschätzung nach werden viele Unternehmen, die 2011 auf den Social Media Zug aufgesprungen sind, erkennen, dass sie die Social Media Plattformen nicht richtig nutzen. Warum nutzen Sie diese nicht richtig? Verallgemeinert, weil Sie sich nicht zu 100 Prozent dafür engagieren. Aber wie für die meisten Probleme gibt es auch hier unterschiedliche Lösungsansätze. 

Einer davon wird als Social Media Optimization (SMO) bezeichnet. Das heißt im einfachsten Sinne, eine Strategie entwickeln und die Inhalte dahin gehend zu verbessern, dass sie möglichst oft geteilt werden und den Kunden im Verkaufsprozess unterstützen. Wer sich gleich zu Anfang seiner Aktivitäten professionelle Unterstützung im Social Media Marketing geholt hat, ist seinem Mitbewerbern bereits weit voraus. SMO ist der Beginn für eine wichtigere Neuerung, die unser Verhalten sowohl on- als auch offline wesentlich beeinflussen wird. 

Die kontextuelle soziale Suche und Empfehlungen sind die Zukunft. Die meisten Kaufentscheidungen werden künftig auf dem Echtzeit-Feedback des eigenen Netzwerks basieren. Je höher die Smartphone Penetration ist, desto stärker wird sich diese Art der Suche auch durchsetzen. Google hat mit seiner neuen Funktion "Google Search - plus Your World" auch schon damit begonnen den Social Graph des Benutzers mit einzubeziehen. Google Manager Amit Singhal dazu: "Wir verwandeln Google in eine Suchmaschine, die nicht nur Inhalte versteht, sondern auch Menschen und Beziehungen." Somit dürfte es nicht verwunderlich sein, dass SEO, langfristig gesehen, kein Potenzial mehr hat. 

Der Vollständigkeit halber, gibt es noch weitere Buzzwords von denen ich mir 2012 einiges verspreche: 

  • Cross-Channel Optimierung - Auf die Kombination kommt es an 


  • Website Performance - Solange LTE nicht flächendeckend im Einsatz ist, braucht es schlanke, auf mobile Geräte optimierte Websites 


  • Mobile Marketing - QR Codes, Standortbezogene Dienste uvm. kommen immer stärker zum Einsatz. 


  • Gamification - Soziale Spiele bieten neue Ansätze für den Dialog. 


Susanne Liechtenecker bezeichnet sich selbst gerne als wilde Kreativbraut bei der Agentur Liechtenecker

 Susanne, was kommt 2012 auf uns zu? 

Susanne Liechtenecker: Transmedia, Gamification und Social TV. Das sind die Trends, die man heuer im Auge behalten sollte. 

Der nächste Schritt von Social Media ist Storytelling über unterschiedlichste Kanäle, alle mit dem gleichen Kommunikationsziel. Online bleibt nicht Online und Offline nicht Offline und Mobil ist sowieso alles. Transmedial eben. Dabei gehen wir an die Sache spielerisch an und belohnen unsere Zielgruppen, ganz im Sinne von Gamification. 2012 könnten wir das auch über TV Geräte machen. Stichwort Social TV Ads. Was uns den Übergang von einem Device zum anderen erleichtern wird ist Responsive Webdesign

Susanne hat selbst gerade einen sehr spannenden Blogpost zu ihrer Sicht der digitalen Trends 2012 geschrieben und auch zum Thema Webdesigntrends 2012  ihre Ansichten geteilt. 

Jetzt seid ihr gefragt! Was seht ihr für 2012? Was würdet ihr gerne sehen? 

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