Digital beansprucht alles
 

Digital beansprucht alles

Kommentar von Herwig Stindl

„Obwohl Onlinewerbung allein von 2012 auf 2013 um 17 Prozent auf 511 Millionen Euro zulegte, erreicht der Anteil am gesamten Werbevolumen nur 14,4 Prozent; europaweit entfällt mit 26,64 Prozent hingegen bereits deutlich mehr als ein Viertel auf On­linewerbung“ formulierte das IAB Austria im Dezember 2014 zur Analyse des „Wirtschaftsfaktors Onlinemarketing“. In­kludiert ist buchstäblich alles – von Display und Bewegtbild über Search und E-Mail und Social, Gaming bis Classifieds/Kleinanzeigen. Nun die aktuelle Schlagzeile zum AEF (siehe hier): „Internet überholt Zeitungswerbung“ (in Deutschland).

Freilich: Mit „Search“ und „Classified“ wird Volumen (und Wachstum!) gemacht – ist es sinnhaft, dieses (großteils „Gelbe Seiten“-)Volumen mit klassischer Wirtschaftswerbung zu vergleichen? Verdienstvoll macht Steve King, CEO ZenithOptimedia Worldwide, in der englischen AEF-Version aufmerksam: Das Bewegtbildwachstum des Werbevolumens im Netz komme durch den Transfer von TV-Werbung (auf wiederum TV-Inhalte) zustande – zulasten von „linearem TV“.
Die Parallelität ließe sich durchdeklinieren: (Fast) ­alles im Netz ist eine Transformation des Realen – und sollte ent­sprechend „cross“
gewichtet und betrachtet sein.
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