Die verkannte Zukunft der Arbeit
 

Die verkannte Zukunft der Arbeit

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Kommentar von Jakob Steinschaden

„Außer der Tatsache, dass das Wort Start-up zweimal im Regierungsprogramm vorkommt, wurde keine der Forderungen umgesetzt.“ Diese Aussage von Christoph Jeschke, Geschäftsführer und Mitgründer der heimischen Initiative AustrianStartups zur Förderung der namensgebenden Jungfirmen, ist alarmierend.

Vor etwas weniger als einem Jahr hat die Initiative ein Visionenpapier für Österreich veröffentlicht. Der ­sicher sehr ambitionierte Katalog sollte vor allem der Politik als Grundlage zu ­Änderungen eines Systems dienen, das heute von vielen als hinderlich für die Entwicklung von Start-ups ange­sehen wird. Nun hat die Regierung ­offenbar das Potenzial von Start-ups entdeckt und schmückte sich immerhin mit dem hippen Begriff. Dass ­da­rüber hinaus nichts passiert ist, ist ­ernüchternd. Von Jungfirmen, die sich vor allem im technologischen Bereich betätigen und von denen man meist ihre Apps kennt, kann man halten, was man will. Es würde Politikern aber nicht schaden, sich diese Jungfirmen einmal von innen anzusehen. Denn bei Start-ups entsteht eine neue Arbeitswelt, die mit ihren Wuzlertischen, Sitzsäcken und Ikeamöbeln zunächst eine lockere Fun-Atmosphäre vermittelt.

Wer genauer hinsieht, wird aber erkennen, dass dort hart, lange und um vergleichsweise wenig Geld ziemlich viel gehackelt wird, und das von oft sehr gut ausgebildeten Menschen. Für immer mehr Junge ist das Gehalt nicht mehr alles, sie wollen sich selbst verwirklichen und dabei Spaß haben. Die Politik muss nicht verstehen, wie die Apps funktionieren, aber sie muss sehen, dass hier wertvolle Arbeitsplätze geschaffen werden.
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