Die falsche Richtung
 

Die falsche Richtung

Kommentar von Timo Niemeier

Twitter experimentiert derzeit mal wieder mit seiner Timeline, schlägt dabei aber eine fragwürdige Richtung ein. Einige User bekommen Einträge nicht mehr chronologisch angezeigt, sondern nach einem bestimmen Algorithmus, ähnlich wie bei Facebook. Das Problem: Die Stärke von Twitter liegt gerade in der Chronologie und dem Echtzeit-Gefühl. Wer von einem Algorithmus (undurchschaubar) sortierte Postings haben will, kann gleich zu Facebook gehen. Twitter droht damit im Social-Media-Einerlei zu verschwinden.

Einige prominente Gegner des Testlaufs haben sich bereits zu Wort gemeldet. Für Österreich mit dabei: Chef-Twitterer Armin Wolf mit rund 207.000 Followern. „Sollte Twitter die chronologische Timeline nicht zumindest als Option behalten, bin ich weg hier, glaube ich“, twitterte der ORF-Journalist. Kommt die Änderung tatsächlich, könne man auch gleich zu Facebook gehen, so Wolf. „Noch bin ich aber viel mehr auf Twitter.“ Und so geht es einigen Usern, die den Status Quo auf Twitter schätzen. Für das Unternehmen stellt sich nun die Frage, ob diese Gruppe wirtschaftlich gesehen groß genug ist.
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