Der unnötige Zwang zur Verjüngung
 

Der unnötige Zwang zur Verjüngung

Kommentar von Timo Niemeier

In den vergangenen Jahren wurde das Genre Volksmusik immer weiter aus dem Fernsehen hinausgedrängt. Der „Grand Prix der Volksmusik“? Weg. Die Show von und mit Hansi Hinterseer? Weg. Und zunächst sah es so aus, als würde es demnächst auch den altehrwürdigen „Musik­antenstadl“ treffen. ORF, ARD und SF ­haben jedoch am Konzept ge­feilt und wollen nun vermehrt jüngere ­Zuschauer zum „Stadl“ locken.

Dabei ist das gar nicht nötig. Ja: Die „Stadl“-Zuschauer sind überwiegend älter als 60 Jahre, aber wo ist das Problem? Der Unterhaltungsauftrag des ORF zielt nicht nur auf junge ­Zuschauer ab, sondern auf alle. Wäre es tatsächlich so schlimm gewesen, in einem immer stärker werdenden ­Verjüngungssog, ein Zeichen zu setzen und ein Format für die Generation 60 plus anzubieten? Würde es dem ORF wirklich weh tun, wenn der „Stadl“ mit altem Konzept viermal im Jahr auf Sendung gehen würde? Ich bin der Meinung: nein.

Aber der Verjüngungswahn der Sender greift auf allen Ebenen um sich. Wie sich die neue „Stadlshow“ schlagen wird, dürfte spannend zu beobachten sein. Gut möglich, dass das Format dort endet wie einst „Wetten, dass …?“ nach dem Neustart: Auf dem TV-Friedhof.
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