Bringen wir uns selber um!
 

Bringen wir uns selber um!

Kommentar von Doris Raßhofer

„Print befindet sich vor dem Abgrund. Unausweichlich. Überhaupt keine Frage. Sterben wird es. Und in Online aufgehen …“ So zu lesen in jedem Medium zu jeder Zeit – jüngst wieder zur Newsweek. Niemand stellt das vermeintliche Printsterben mit einer derartigen Inbrunst als ­unausweichliches Faktotum dar wie die Medien selbst. Nichts erscheint uns berichtenswerter als jeder neue Beweis dafür, dass es offenbar so ist und unausweichlich so sein wird (müssen). Doch wer ist Konsument dieser Info? Leser und Anzeigenkunden, die – steter Tropfen höhlt den Stein – irgendwann glauben, was in der Zeitung steht, oder zumindest ihre eigene Tendenz, sich abzuwenden, bestätigt und gerechtfertigt sehen. Nein, kein glaubhafter Journalist soll Image-PR machen oder sich unter den Scheffel von Marketingagenden stellen. Aber ist uns eigentlich bewusst, was wir – allein marketingtechnisch! – damit für unsere Gattung anrichten, wenn wir uns ständig selber in den Abgrund schreiben? Bitte, welche Firma berichtet ständig selbst, wie schlecht es um die eigenen Geschäfte bestellt ist? Keine. Aber die Medien! Und zwar alle.
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