Bedingungsloses Design für Emotion
 

Bedingungsloses Design für Emotion

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Sabine Hoffmann am Design Thinking Bootcamp in Stanford
Sabine Hoffmann am Design Thinking Bootcamp in Stanford

Erfahrungen vom Design Thinking Bootcamp in Stanford von Sabine Hoffmann

Sabine Hoffmann, Gründerin und Geschäftsführerin von ambuzzador war letzte Woche im Executive Design Thinking Bootcamp auf der d.school in Stanford. Ich habe Sie nach Ihrer Rückkehr zu ihren Erfahrungen und was wir uns in die tägliche Arbeit mitnehmen könnten befragt.

M. Weberberger: Eine Woche Stanford ist ja nichts alltägliches, was hat Dich dazu bewogen, Dich auf das sicher nicht ganz kostengünstige Bootcamp zu begeben? 
S. Hoffmann: Nachdem ich mich seit mehr als 14 Jahren mit dem Thema Buzz Marketing - der guten alten „Mundpropaganda“ - beschäftige, war es mein großer Traum, mich einmal in Stanford an der School of Design Thinking dem Thema Anwender-zentriertes Design zu widmen. Dort, wo Design Thining erfunden wurde.

M. Weberberger: Hält Stanford das, was es als eine der Top-Unis der Welt verspricht?
S.Hoffmann: In Stanford gibt es viel Raum - im wahrsten Sinne des Wortes - um sich zu entfalten, aber auch viel Druck. So waren wir ständig unter Zeitdruck, was eben auch Programm ist, weil Du dann nicht dazu kommst nachzudenken, ob Du die nächste Aufgabe bewältigen wirst können oder eben nicht. So wurden wir zum Beispiel am letzten Tag ins kalte Wasser geworfen und mussten ohne Vorankündigung unser erstes 90 minütiges Design Thinking Training geben. Vor Interessierten, die dazu geladen waren.

M. Weberberger: Dann lass uns doch gleich mal das Thema Design Thinking beleuchten. Das Instrument ist in aller Munde und trotzdem ist oft unklar was es genau leistet.
S. Hoffmann: Design Thinking ist ein mögliches Instrument, um AnwenderInnen und ihre Bedürfnisse in den Mittelpunkt von Produkt-Designs und dem Design von Customer Experience zu stellen. Bedingungslos geht es um ein Design für die Emotion, die wir als Produktentwickler oder Marketer bei unseren AnwenderInnen auslösen wollen. Design Thinking gibt dafür einen klaren Prozess vor, stellt neue Anforderungen an Räume der Gestaltung und erfordert die sehr gezielte Zusammenstellung von sogenannten „T-shaped“ Talenten. Menschen, die vertieftes Know How genauso im Repertoire haben wie generalistische Fähigkeiten zur Synthese von Disziplinen.

M. Weberberger: Hast Du uns ein konkretes Beispiel mitgebracht, wo das gelungen ist?
S. Hoffmann: Als sehr bekanntes Beispiel möchte ich Dough Dietz zitieren, Chef Designer General Electrics, dem es gelungen ist, das meist negative Erlebnis für Kinder und Eltern mit einer Magnet Resonanz Analyse, in ein spielerisches Umfeld zu verwandeln, sodass Kinder danach fragen, wiederkommen zu dürfen! Seine konsequente Orientierung an dem Blickwinkel der Kinder, der Erkenntnis, dass die Krankheit ihnen allen Spaß aus dem Leben nimmt, hat klar zum Design einer Computer-Spiel ähnlichen Umgebung geführt. Selbstverständlich ohne die technischen Features dadurch zu schmälern, aber eben verpackt in eine Art Fun Park und in ein Spiel, in dem die sonst unangenehmen Geräusche plötzlich Sinn machen.

M. Weberberger: Wie wirst Du Deine neuen Erfahrungen in Deine tägliche Arbeit integrieren?
S. Hoffmann: Meine erste Umsetzung für eine ambuzzador interne Fragestellung habe ich bereits gemacht, im Rahmen des Homeworks, das wir bekommen haben. In meiner täglichen Arbeit möchte ich das Design Thinking ausbauen, um die Resonanz von Online Communities, um Effekte quantifizierbar und antizipierbar zu machen.

M. Weberberger: Wirst Du das Design Thinking nach der Stanford Methode auch weitergeben?
S. Hoffmann: Klar, im Rahmen der ambuzzador academy und des Executive Digital Future Circle wird es noch im Herbst hands-on Veranstaltungen geben.

[Michael Weberberger]
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