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Zahl der Fälle vor dem Presserat erneut gestiegen

AngefŸhrt wird die Rangliste von der "Kronen Zeitung"

Die Zahl der Fälle vor dem Presserat steigt kontinuierlich. Ging das Gremium 2016 noch 307 Meldungen nach, waren es im vergangenen Jahr schon 320.

Gesunken ist jedoch die Zahl der tatsächlichen Verstöße, wie in einer Pressekonferenz bekanntgegeben wurde: Von 34 auf 27. Hauptsächlich betroffen waren Boulevardzeitungen, verletzt wurden vor allem Persönlichkeitsrechte.

Angeführt wird die Rangliste im Tätigkeitsbericht des Presserats von der "Kronen Zeitung". 69 Fälle wurden gemeldet, davon erwiesen sich zehn als tatsächliche Verstöße. Auf Platz Zwei rangiert die Tageszeitung "Österreich" mitsamt ihrer Online-Präsenz "oe24.at". Von 42 Meldungen wurde sechs Mal der Ehrenkodex verletzt. Den dritten Platz belegt die Gratis-Zeitung "Heute" mit drei Verstößen bei 22 Meldungen.

Bei anderen Zeitungen wurden maximal zwei Mal gegen das Medium entschieden. Thomas Götz, stellvertretender Chefredakteur der "Kleinen Zeitung" und seit Dienstag neuer Präsident des Österreichischen Presserats, nannte es mittlerweile eine Selbstverständlichkeit, dass sich Medien dem Ehrenkodex der Organisation freiwillig verpflichten, denn: "Es ist eine wichtige Selbstreinigungsfunktion für die Presse."

Leserbriefe nicht ausgeschlossen

Auch Leserbriefe seien vom Ehrenkodex des Presserats nicht ausgeschlossen, betonte Senatsvorsitzende Andrea Komar. So hatten Leser in einer aggressiven, beinahe "martialischen" Weise zum Kampf gegen Migranten aufgerufen. Zur Anwendung heimischer Ethik-Standards riet sie auch bei Übernahmen aus ausländischen Medien. So seien detaillierte Berichte über die Misshandlung einer Dreijährigen in Australien einfach übernommen worden.

Politiker müssen sich laut Presserat weiterhin mehr gefallen lassen: Etwa ähnliche Meldungen, die den einstigen Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) und seinen Nachfolger Sebastian Kurz (ÖVP) betrafen. In einem Fall, der zumindest indirekt Kurz betrifft, wurde aber ein Verstoß registriert, wie Senatsvorsitzender Peter Jann erinnerte. So sei eine Anzeige über den künftigen Kanzler über dessen Wurzeln nicht ausreichend als solche gekennzeichnet gewesen.

 

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