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WU-Studie: Social Bots auf Twitter nicht von echten Usern unterscheidbar

Auch anlässlich der EU-Wahl gab es Warnungen, dass verschiedene Interessensgruppen versuchen könnten, in Sozialen Netzwerken die Wahl zu beeinflussen.
© APA / AFP (Leon Neal)

Die automatisierten Software-Programme, die in sozialen Netzwerken menschliche Verhaltensmuster simulieren und teilweise als "Fake-Account" auftauchen, sind in der Direktkommunikation nicht von Menschen zu unterscheiden.

Die Ergebnisse einer aktuellen Studie zeigen, dass menschliche Benutzer in ihren Tweets generell eher der Grundstimmung einer Diskussion folgen, während Social Bots versuchen die Stimmung durch entgegengesetzte Emotionen umzukehren. Bei kontrovers diskutierten Ereignissen – wie zum Beispiel Wahlen – verschicken Social Bots insbesondere emotional polarisierende Nachrichten und versuchen so, die öffentliche Meinung zu beeinflussen. In der Direktkommunikation mit menschlichen Benutzern ändern die Social Bots jedoch ihr Verhalten und passen sich ebenfalls der allgemeinen Grundstimmung an.

Anhand von 4,4 Millionen Tweets untersuchten Ema Kušen und Mark Strembeck vom Institut für Wirtschaftsinformatik und Neue Medien der Wirtschaftsuniversität Wien (WU), wie Social Bots die Stimmung im Netz beeinflussen und wie sie ihr Verhalten bei der Direktkommunikation mit anderen Usern ändern. "Social Bots sind in der Direktkommunikation anhand der Emotionen, die sie versenden, nicht mehr von Menschen zu unterscheiden", resümiert Strembeck. "Die Ergebnisse können unter anderem dazu beitragen, Social Bots in Zukunft zuverlässiger zu identifizieren."

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