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Wrabetz kandidiert für dritte Amtszeit

Alexander Wrabetz will es noch einmal wissen.
© Elisabeth Kessler

Generaldirektor hofft auf "breite Mehrheit" und damit auf mehr als 20 Stimmen

ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz tritt im kommenden Jahr bei der Wahl des neuen Generaldirektors an, das hat er nun gegenüber dem "Handelsblatt" und der APA bestätigt. Erst strebt damit eine dritte Amtszeit bis 2022 an - das hat vor ihm noch niemand geschafft. Der frühere ORF-General Gerd Bacher brachte es zwar auf fünf Amtszeiten, nur zwei davon waren allerdings nacheinander. Gegenüber der APA sagt Wrabetz, dass er auf eine "breite Mehrheit" hofft. "Und eine breite Mehrheit fängt bei 20 plus an". Der Stiftungsrat besteht derzeit aus 35 Personen, ein Großteil von ihnen wird von der Politik bestimmt. 

"Der ORF ist eine bedeutende und faszinierende Aufgabe. Deshalb trete ich erneut an", so der ORF-Chef im "Handelsblatt", der sich selbstbewusst gibt und auf seine Erfolge verweist. Man sei Marktführer im Fernsehen, Radio und Internet - zudem habe man den ORF nachhaltig auf eine solide Finanzbasis gestellt. Dennoch gebe es auch in der Zukunft noch viel zu tun: So will Wrabetz laut eigener Aussage das Gebührensystem weiterentwickeln und den ORF im Mobilbereich fitter machen. Hinzu kommt natürlich das gerade erst gestartete Standortprojekt. 

Wrabetz will keinen "mehrmonatigen Wahlkampf"

Die Wahl des neuen Generaldirektors findet am 9. August statt, einen Monat später, am 15. September, werden die Direktoren und Landesdirektoren gewählt. Die relativ frühe Bekanntgabe seiner Kandidatur erklärt Wrabetz gegenüber der APA so: "Ich glaube, es ist besser, das jetzt nicht mit einer gewissen Koketterie hinauszuschieben, sondern ein Jahr vor Auslaufen der Periode eine Klarstellung gegenüber dem Stiftungsrat zu treffen. Ich hoffe aber, dass das nicht einen mehrmonatigen Wahlkampf bedeutet, sondern die gute und konstruktive Zusammenarbeit im Haus und mit den Gremien fortgesetzt wird." Zuletzt gab es immer wieder Spekulationen um eine mögliche Kandidatur Wrabetz, überraschend kommt sein Schritt daher nicht. 

Grasl als Gegenkandidat?

Über mögliche Gegenkandidaten will sich der ORF-Chef derzeit nicht äußern. Spekuliert wird aber auch hier immer wieder: vorrangig über Finanzchef Richard Grasl. Dieser könnte im Stiftungsrat wohl auf viele Stimmen hoffen, wollte sich bislang aber nicht in die Karten schauen lassen. Zu seinem zukünftigen Team sagt Wrabetz: "Kathrin Zechner, Richard Grasl und Michael Götzhaber haben eine gute Arbeit gemacht, und wenn sie zur Verfügung stehen, würde ich sie weiter gerne im Team haben."

Keinen zentralen Infodirektor

Zuletzt sprach sich Wrabetz gegen einen zentralen Infodirektor aus (HORIZONT berichtete), den er vor einigen Monaten noch selbst forderte. In der Belegschaft und im Stiftungsrat gab es allerdings Kritik gegen das Vorhaben. Nun stellte der ORF-Chef klar: "Einen zentralen Informationsdirektor, der vom Ö1-'Frühjournal' bis zu 'ZiB 24' alles entscheidet, den hat es bei mir nie gegeben und würde es bei mir nie geben."

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