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Wrabetz gegen zentralen Infodirektor

Alexander Wrabetz will nun doch keinen zentralen Infodirektor.
© Elisabeth Kessler

"Hat es bei mir nie gegeben und würde es bei mir nie geben"

ORF-Generaldirektor Alexander Wrbaetz hat sich in einem Interview mit dem "Kurier" nun doch klar gegen einen zentralen Infodirektor ausgesprochen. "Einen zentralen Informationsdirektor, der vom Ö1-'Frühjournal' bis zu 'ZiB 24' alles entscheidet, den hat es bei mir nie gegeben und würde es bei mir nie geben", so Wrabetz. Es müsse auch weiterhin gewährleistet sein, dass Radiojournale ihre Qualität ebenso behalten können wie die "ZiB 2". "Auch das ist Pluralismus, auf Sendungsebene, und dieser ist mindestens so wichtig wie politische Unabhängigkeit". In den vergangenen Monaten gab es immer wieder teils harsche Kritik, von Mitarbeitern und Stiftungsräten, an einem möglichen zentralen Infodirektor.

Gleichzeitig sagt Wrabetz aber auch, dass innerhalb des ORF die Zusammenarbeit der unterschiedlichen Medien verbessert werden müsse, gleichzeitig wolle man keinen Einheitsbrei. "Es geht dabei auch nicht nur um die Politik. Ich möchte auch nicht nur einen zentralen Kulturchef haben. Wenn dann eine Kunstrichtung von einem Kulturchef nicht als so relevant erachtet wird, hätte sie in den verschiedenen ORF-Medien eine geringere Chance. Auch hier kommt es auf die Diversität der Zugänge an."

Die von Wrabetz für 2017 angedachte neue ORF-Struktur wird sich wohl verzögern. Gegenüber dem "Kurier" sagt er: "Die Führungsstrukturen werden sich sicher ändern, aber in der komplett neuen Form wird es sie erst ab 2020 geben, wenn wir die neuen Räumlichkeiten bezogen haben."

Antritt zur Wahl noch nicht fix

Ob er noch einmal zur Wahl des Generaldirektors antritt, ließ Wrabetz erneut offen. Er schweigt zu dem Thema seit Wochen. "Ich habe eine der spannendsten Aufgaben im Land. Aber ­bevor man eine Kandidatur offiziell ankündigt ist zu klären, was man in den fünf Jahren tun will", sagte Wrabetz zuletzt im Interview mit HORIZONT. Eins ist jedenfalls fix: Ein Führungs-Duo schließt der Generaldirektor aus: "Das Modell mit einem Intendaten und einem Team von ­Direktoren ist bei den öffentlich-rechtlichen Sendern in Europa Standard und erfolgreich, und das halte ich für richtig." Eine Zweierspitze sei auch ein Signal in Richtung politischer Konstellation - und damit falsch. 

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