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"Wir leben in einer Welt voller Chancen"

Bundeskanzler Christian Kern fühlte sich wohl zwischen den heimischen Jungunternehmern.
© Stefan Mey

Bundeskanzler Christian Kern traf im Coworkingspace sektor5 auf Vertreter der heimischen Start-up-Szene und sprach dort mit ihnen über Chancen und Potenziale.

Seit fast vier Jahren wird der "Austrian Startups Stammtisch" nun organisiert, meist werden hier Gründer zu ihren Erfolgen und Misserfolgen interviewed - einen Stargast wie in seiner 43. Auflage am 22. Februar hatte das Event im Coworkingspace sektor5 jedoch noch nie: Bundeskanzler Christian Kern nahm sich rund zwei Stunden Zeit, um mit den heimischen Start-ups zu sprechen. Nach einem Vortrag des Gastes wurde er von Moderator Daniel Cronin interviewed; die Veranstaltung wurde parallel dazu aus dem brechend vollen Raum ins Web übertragen. 

Neuer Fonds und fünf Cluster

Kern verwies in seinem Vortrag darauf, dass die Globalisierung und die Digitalisierung Veränderungen mit sich bringen, die man unmöglich bekämpfen kann - sondern die wir vielmehr zu unserem eigenen Vorteil gestalten sollten. Die Aufgabe der Start-up sei es, neue Ideen zu entwickeln; die Politik wiederum müsse dafür die richtigen Rahmenbedingungen schaffen. Dazu gehöre etwa, dass das Ökosystem auch für Investoren interessanter gemacht werden soll - unter anderem durch einen geplanten neuen Fonds im Ausmaß von 300 Millionen Euro.

Auch ist die Schaffung von fünf Start-up-Clustern geplant, bei denen Kapitalgeber, Universitäten, andere Ausbildungsstätten, Gründer und die etablierte Industrie miteinander vernetzt werden. "Denn auf den Hidden Champions der etablierten Unternehmen können wir aufbauen", sagt Kern: "Bei der Marktführerschaft im Bereich der Suchmaschinen würden wir uns schwertun, aber unsere Führungsposition zum Beispiel im Bereich der Biotechnologie können wir ausbauen."

Die Crux mit der SVA

Vom Publikum angesprochen auf Ärgernisse wie die Bürokratie der SVA, WKO-Pflichtmitgliedschaft und hohe Steuern verweist Kern darauf, dass Steuern nötig seien, um unter anderem Förderungen für Start-ups zu ermöglichen. "Das Ziel ist es, das Geld effizient in die Wirtschaft zurückzuführen", sagt er. Bei der SVA müsse man analysieren, wie viele Dienstwagen und Führungskräfte es dort gibt - und dies entsprechend optimieren. 

Gespickt waren Kerns Vortrag und das Interview mit etlichen humorvollen Anekdoten - der Kanzler fühlte sich sichtlich wohl zwischen den T-Shirt-tragenden Nerds und Hipstern. "Wir leben in einer Welt voller Chancen", sagt Kern: "Und diese Chancen müssen wir gemeinsam nutzen."

Video: Vorträge und erster Teil des Interviews

 

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