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„Wie stellen wir sicher, dass die Maschinen uns dienen und nicht wir ihnen?"

© Johannes Bruckbauer

Die Vorfreude war gewaltig: Mit der Begrüßung durch HORIZONT-Herausgeberin und Chefredakteurin Marlene Auer startete der Werbeplanung.at-Summit sein mit Highlights gespicktes Programm.

In ihrer Begrüßungsrede vor voll gefülltem Saal widmete sich die Gastgeberin dem heißen Thema Algorithmen. „Wie gehen wir mit Algorithmen um? Wissen wir, wie sie funktionieren?“ stellte Auer die Leitfragen. Sie rief die jüngsten beunruhigenden Meldungen ins Gedächtnis, dass sich Google aus einem AI-Projekt mit dem US-Verteidigungsministerium zurückzog. Mitarbeiter hatten den Internet-Giganten aufgefordert, sich aus dem „Geschäft mit dem Krieg zurückzuziehen“. Zudem hatte Elon Musk den Wettbewerb um AI als wahrscheinlichsten Grund für den dritten Weltkrieg genannt und als gefährlicher als Nuklearwaffen eingestuft. Der Tesla-Gründer zog sich auch aus dem Open AI-Projekt zurück - wegen möglicher Interessenskonflikte, schließlich nutzt er KI auch für seine Fahrzeuge. 

„Welche Form von Algorithmen ist sinnvoll und wertvoll, welche ist bedrohlich und gefährlich?“, stellte Auer die entscheidende Frage. Schließlich sei die gesamte Branche direkt von diesen Algorithmen betroffen. Sie würden etwa unseren Zugang zu Informationen steuern. Algorithmen würden auch ethisch-philosophische Fragen aufwerfen: Können die Erfinder ihre Schöpfung noch kontrollieren können und wie ist es um unseren freien Willen bestellt? Welche Auswirkungen haben Algorithmen, die besser als der Mensch sind? Verändert das unsere Meinungsvielfalt, fragte Auer.  Ändern wir Texte, Aussendungen, Kampagnen, nur weil uns Algorithmen Änderungen für mehr Leserschaft, mehr Engagement, bessere Kombinationen vorschlagen.

Ein Algorithmus ist immer nur so gut wie die Daten, mit denen er gefüttert wird, stellte Auer klar. Aufgrund der jüngsten Erfahrungen, sollte man Algorithmen nicht als einziges Entscheidungsmittel verwenden. Am Ende laufe die Diskussion auf eine Frage hinaus: „Wie stellen wir sicher, dass die Maschinen uns dienen und nicht wir ihnen?"

„Ein neuer Umgang mit Algorithmen gelingt durch Information, Aufklärung, Diskussion und Debatte“, zeigte sich die Gastgeberin überzeugt und betonte auch die Wichtigkeit des manchmal vergessenen Bauchgefühls. Niemand kenne die Branche besser als wir „und wir sind verantwortlich, dass das so bleibt“, meinte Auer und wünschte den zahlreichen Teilnehmern für den Summit „zwei Tage voll Inspiration, Wissen und neuer Ansätze.“

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