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Wie sich Linz mit Forschung für die Zukunft rüstet

Die voestalpine mit Chemiepark aus der Vogelperspektive – ein wesentlicher Wirtschaftsmotor des Bundeslandes.
© Planung, Technik und Umwelt – Pertlwieser

Digitale Systeme spielen in zahlreichen Bereichen eine wesentliche Rolle. Das Linz Institute of Technology (LIT) rüstet die oberösterreichische Wirtschaft für die Zukunft.

Dieser Artikel ist zuerst in Ausgabe Nr. 45 des HORIZONT erschienen. Noch kein Abo? Hier klicken!

Die Zukunft bereits jetzt – in Kooperation mit der Johannes Keppler Universität entsteht derzeit das LIT Open Innovation Center, in dem die „Zukunft neu gedacht und geformt wird. Dabei spielt die Digitalisierung eine wesentliche Rolle“, sagt Christof Schumacher, Geschäftsführer der Agentur c+m und Obmann der Fachgruppe Werbung und Marktkommunikation Oberösterreich, der Chancen auf wertvolle Kooperationen sieht. Das LIT Innovation Center wird auf insgesamt drei Stockwerken und über 7.000 Quadratmetern Nutzfläche für die Entwicklung neuester Technologien verantwortlich sein und eine neue Pilotfabrik im Industrie 4.0-Standard betreiben.

Dabei erkennt Schumacher bereits jetzt die großen Potenziale einer Zusammenarbeit: „Gerade wir in der datengetriebenen Kommunikationswirtschaft warten schon mit Spannung darauf, mit der Johannes Keppler Universität und dem LIT gemeinsam Zukunftsprojekte angehen zu können. Vielleicht kommt ja einer der nächsten Kommunikations-Milestones dann nicht aus dem Silicon Valley, sondern aus Linz“, hofft Schumacher. 

Da die Digitalisierung und die Durchdringung industrieller Produktion durch digitale Systeme auch in Oberösterreich eine der wesentlichen Herausforderungen darstellt, soll das Open Innovation Center der Johannes Kepler Universität auch diese Challenges künftig ab 2021 meistern – und das hauptsächlich im Rahmen der Industrie 4.0. Oberösterreich beheimatet schließlich große Unternehmen, die auch die Wirtschaftsmotoren des Bundeslandes sind. Wie die voestalpine, deren Stahl- und Industrieanlagen das Rückgrat der Wirtschaftsregion bilden und wo digitale Systeme in der Produktion längst eine wesentliche Rolle spielen.

Technisch geprägter Charakter

Derzeit seien bereits einige Projekte für das neue Institut fixiert, beziehungsweise schon angelaufen, sagt Christian Savoy, Communication & PR, Johannes Keppler Universität. Grundsätzlich hätte das Institut ­einen „technisch geprägten Charakter, Interdisziplinarität werde aber groß geschrieben“. Zu etwaigen Projekten im Bereich Werbung, Medien und Kommunikation konnte die Johannes Keppler Universität zum derzeitigen Stand noch keine Auskunft geben. 

Denkfabrik der Zukunft

Die LIT Factory, die den Kern des neuen LIT Innovation Center bildet, soll ab 2018 errichtet werden, die Fertigstellung ist für 2020 vorgesehen. Die LIT Factory ist unmittelbar am Campus angesiedelt, und soll als offene Plattform Potenziale und Technologien der Digitalisierung erforschen, entwickeln, demonstrieren und lehren, so das erklärte Ziel der Verantwortlichen. Dabei werde man in der LIT Factory an neuartigen, teilweise prototypischen Grenztechnologien mit hohem verfahrenstechnischen und digitalem Innovationspotenzial arbeiten, heißt es auf der Webseite der Johannes Keppler Universität. Unter anderem zählen dazu digitale Tools für Systemengineering, Anlagen der Kunststofftechnik und die Vernetzung von cyber-physischen Systemen. Auch die Virtualisierung und Modellierung, Prozessdigitalisierung sowie Begleitforschung, genauer Strategie, Geschäftsmodelle und Recht, gehören zu den künftigen Schwerpunkten.

Die Nutzungsphase der Einrichtung erstreckt sich von 2021 bis vorerst 2033. Im Endausbau soll die Pilotfabrik rund 25 Mitarbeiter beschäftigen, ein Umfeld unter möglichst realen Produktionsbedingungen schaffen und eine Produktionskapazität von mindestens 500 Tonnen pro Jahr erreichen. Das Land Oberösterreich unterstützt die Errichtungsphase mit rund zwei Millionen Euro, insbesondere für die Gebäudeinfrastruktur, und hat bereits Förderungen für die Nutzungsphase zugesagt.

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