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Wie 5G genutzt werden kann

© Johannes Brunnbauer

Erste 5G-Anwendungen sind bereits am Markt, darüber waren sich die Speaker beim Panel „5G: Tempo gefragt“ im Rahmen der Österreichischen Medientage einig. Über die bevorstehende Auktion der Frequenzen gab es geteilte Meinungen.

Das Panel „5G: Tempo gefragt“  am zweiten Tag der 25. Österreichischen Medientage startete mit einem Impulsvortrag von Dieter Poller, Geschäftsführer der UPC Business Austria GmbH. Viele Menschen würden derzeit die Notwendigkeit von 5G noch nicht sehen, so Poller in seinem Vortrag - Grund dafür sei das fehlende Wissen über die möglichen Anwendungsgebiete. Das Internet der Dinge, Virtual Reality, Augmented Reality, autonom-fahrende Autos, „Entertainment to go“ und digitale Gebäude seien nur ein Auszug der bevorstehenden Möglichkeiten: „Hier sind wir auf einem Weg, wo wir viele neue Themen abdecken können. Jetzt ist der Zeitpunkt, dass wir dieses Thema als Gesellschaft auch ernster nehmen und mehr diskutieren“, sagte der UPC Business Austria-Geschäftsführer.

Anwendungsgebiete für 5G

Im nachfolgenden Panel mit A1-CEO Marcus Grausam, Johannes Gungl (RTR), Hutchison Drei-CEO Jan Trionow, Michael Wagenhofer (ORS) und T-Mobile-CCO Maria Zesch wurde die Diskussion um die Anwendungsgebiete von 5G vorangetrieben. „Viele dieser Anwendungen sind schon vorhanden. Es gibt Experimente mit Smart City, Smart Home-Applikationen und Virtual Reality. Nur die Infrastruktur ist noch nicht da“, so Grausam. Diese Meinung teilte auch Zesch. Neben Anwendungsgebieten im Verkehr und in der Industrie wird 5G auch neue Möglichkeiten im Bildungsbereich und in der Umwelt bieten. „Wie sollen wir als Nation federführend werden, wenn wir nicht schon in der Schule damit beginnen, mit Digitalisierung zu arbeiten“, erklärte Zesch.  Wagenhofer sieht die Möglichkeit ein „5G-Broadcast-Netz über die klassischen großen Sendeanlagen“, die in Österreich stehen, zu erbauen. Diese könne man anschließend auch mit den „kleinteiligen Netzen der Mobilfunker“ kombinieren. „Denn natürlich wird auch das Fernsehen der Zukunft interaktiv sein und insofern haben wir dann die Möglichkeit, das Beste aus beiden Welten zusammenzuführen“, führte Wagenhofer aus.

Verschiedene Meinungen zum neuen 5G-Auktionsdesign

Thema der Diskussionsrunde unter der Moderation von Tech-Scout & IT-Experte Gerald Reischl war auch die im Februar bevorstehende Auktion der Frequenzen 3,4 bis 3,8 GHz, die 5G ermöglichen sollen. Johannes Gungl betonte bei der Diskussion, dass die Auktion in vielen Punkten nicht mit der Multiband-Auktion aus dem Jahr 2013 vergleichbar ist. Die neue regionale Aufteilung würde beispielsweise regionalen Anbietern die Möglichkeit geben verschiedenste Geschäftsmodelle umzusetzen. „Wir als Regulierungsbehörde entscheiden nicht, welche Aussichten ein Geschäftsmodell hat“, so Gungl. Die drei großen Mobilfunker forderten bereits im Vorfeld der Auktion nationale Lizenzen – und auch bei der Diskussion äußerte der Hutchison Drei-CEO seine Bedenken: „Hier zu glauben, dass noch Platz für mehr Infrastruktur-Player ist, halte ich für sehr gewagt. Diesen Fehler sollte man nicht machen. Wir brauchen eigentlich für 5G und für diese wirtschaftliche Herausforderung des Ausbaus mehr Kooperation und nicht mehr Infrastruktur-Wettbewerb.“

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