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W24 sucht Agentur für 24 Stunden

Herr Tischbein und Pansky werden das Vorbriefing in Liedform zum Besten geben.
© W24

Pop-up-Agency: Der Wiener Stadtsender wagt auf der Suche nach einer neuen Kampagne ein Experiment – Begleitet wird er dabei von Collectiv

In letzter Zeit poppt alles auf. Es gibt Pop-up-Restaurants, Pop-up-Gallerien, Pop-up-Stores. Das Erfolgsgeheimnis: Kurze eventhafte Inszenierungen verleihen althergebrachten Dienstleistungen oder Gewerben ein neues, hippes Antlitz – flexibel, spontan, schnell, bunt gemischt, unpretentiös, so will es der Zeitgeist. Und so war es nur eine Frage der Zeit, bis auch die erste Pop-up-Agency das Licht der Welt erblickt. Und es blieb dem Wiener Standtsender W24 und der Agentur Collectiv von Franz Weissenböck und Ivo Nils Kobaldvorbehalten, diese Idee, die quasi in der Luft lag, als erstes umzusetzen.

Sechs Leute, 24 Stunden im Juli

Wie also funktioniert die Pop-up-Agentur? Gesucht werden sechs Leute, die sich vom 25. bis 26. Juli 2014 gemeinsam die Köpfe darüber zerbrechen, wie die herbstliche City-Light-Kampagne von W24 aussehen soll. Die Mischung soll möglichst bunt sein: Bewerben können sich Kreative ebenso wie Berater, Mediaplaner und Designer, Digital-Aficionados genauso wie Musiker oder Marketer. Zur Bewerbung gibt es ein Vorbriefing, das von den beiden W24-Protagonisten Herrn Tischbein und Pansky in gesungener Form dargebracht wird. Aus der möglichst facettenreichen Runde der Bewerber wählen die Verantwortlichen von W24, Geschäftsführer Marcin Kotlowski und Marketingchefin Iringó Demeter ­gemeinsam mit Franz Weissenböck und Ivo Kobald von Collectiv die sechs Stützen der ersten Pop-up-Agentur aus. Sie treffen sich dann am 25. Juli mit nur ­einem Ziel: 24 Stunden später muss die Idee für die Kampagne stehen. Jedes der Teammitglieder erhält fix 500 Euro für den 24-Stunden-Einsatz. Für den Fall, dass die Kampagne umgesetzt wird, gibt es zusätzliche 500 Euro. Und damit das Team der Kurzzeit-Agentur von der Welt des Kunden auch richtig inspiriert wird, finden das Detail­briefing und die gesamte Arbeit in den ­Studioräumlichkeiten von W24 statt.

,Neue Dialogform in der Branche‘

Kotlowski ist sich durchaus bewusst, dass dieses Experiment bei der Suche nach und beim Einkauf von kommunikativer Dienstleistung auch mit Argusaugen der etablierten Agenturen verfolgt wird. „Wir gehen mit dem Sender insgesamt neue Wege und wollen das auch in der Kommunikation tun. Für uns ist das ein spannendes Experiment und als uns die Kreativen von Collectiv diese Idee präsentierten, waren wir Feuer und Flamme.“ Sollte daraus ein Diskurs entstehen, würde es Kotlowski nur freuen: „Wir wollen einen Beitrag für neue Dialogformen innerhalb der Branche leisten.“ Und Demeter ergänzt: „Wir erhoffen uns neue Ideen und Inputs, wie Kommunikation für modernes Stadtfernsehen aussehen kann.“ Für Franz Weissenböck, den ­Spiritus Rector der Pop-up-Agency, ist besonders die Mischung des potenzi­ellen Teams spannend. Studenten und Altmeister können dort ebenso aufei­nandertreffen wie Experten aus ganz unterschiedlichen Disziplinen. Und geht es nach den handelnden Personen, soll es bei diesem einen Aufpoppen nicht bleiben: „Sie soll ein neuer Hotspot der Wiener Kreativszene werden“, heißt es selbstbewusst.

Weitere Infos gibt es unter Popup­agency.at.

Dieser Artikel erschien bereits am 6. Juni in der HORIZONT-Printausgabe 23/2014. Hier geht's zur Abo-Bestellung.

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