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Vorstandspräsidentin Nina Horaczek: "Bei Okto können alle Programm machen"

Der Wiener Community-Sender Okto hat im März seinen Vorstand neu aufgestellt. Nina Horaczek (Mitte) wurde zur neuen Vorstandspräsidentin gewählt und ist somit die erste Frau in dieser Position.
© Markus Wache

Nina Horaczek ist die neue Vorstandspräsidentin von Okto. Im HORIZONT-Interview konkretisiert sie, wie der Sender Talente fördert und sich für die Zukunft aufstellt.

Dieser Bericht ist zuerst in Ausgabe Nr. 14/2019 des HORIZONT erschienen. Noch kein Abo? Hier klicken!

Okto gibt jenen eine Stimme, die sich sonst nur schwer Gehör verschaffen können“, lautet das Leitbild des Community-Senders Okto. Und das im wahrsten Sinne des Wortes, denn bei Okto kann sich jeder mit seinen eigenen Produktionen einbringen. Der Sender gilt dabei mit seinen Kursangeboten auch als Talentschmiede. „Okto ist ein Medium, das die Zivilgesellschaft fördert und einen wichtigen Auftrag in einer pluralistischen Gesellschaft hat“, sagt Nina ­Horaczek, die neue Vorstandspräsidentin. „Okto leistet einen bedeutenden Beitrag zu Meinungsfreiheit und zur Gleichberechtigung, weil bei Okto alle Programm machen, unabhängig von ihrer ethnischen oder sozialen Herkunft, ihrer sexuellen oder religiösen Orientierung, ihrem Alter und ihrem Geschlecht. Und das auf Augenhöhe und mit Respekt.“

Horaczek hat im März Falter-Herausgeber Armin Thurnher in seiner Vorstandsposition abgelöst. Die Falter-Chefreporterin ist damit die erste Frau in diesem Amt seit der Gründung des Senders im Jahr 2005. Der scheidende Vorsitzende Thurnher wird allerdings weiterhin Ehrenmitglied im Vorstand sein.

Mehr journalistischer Content
„Für Okto haben sich durch den digitalen Medienwandel neue Zukunftsherausforderungen, aber auch neue Chancen ergeben“, erklärt Horaczek über die anstehenden Agenden des Senders. „Eine der jüngeren Entwicklungen ist der aus der digitalen Diversifizierungsstrategie resultierende Ausbau des Eigenproduktionsanteils im Programm von Okto abseits der ehrenamtlichen Community-TV-Produktion. Darunter fallen auch Formate mit hohen journalistischen Ambitionen.“ Genau in diesem Bereich sieht sie sich als Vorstandsvorsitzende und erfahrene Journalistin verantwortlich. „Darüber hinaus möchte ich die Umsetzung neuer Formate durch das Einbringen meiner internationalen Kontakte und meines Netzwerkes unterstützen“, erläutert Horaczek. Okto sei mittlerweile einer der größten Player weltweit im sogenannten dritten Mediensektor und beanspruche auch eine eigene „Public-value“-Definition für diesen Sektor: „Vor allem die demokratiepolitischen, sowie die integrations-, bildungs- und sozialpolitischen Zielsetzungen der Community Medien garantieren, dass sie sich für eine Gesellschaft auch ‚rentieren‘“, erklärt die neue Vorstandsvorsitzende.

Erste Karrierechancen dank Okto
Auch Diversität wird bei Okto großgeschrieben. „Mittlerweile stehen wir mit dieser Zielsetzung nicht mehr ganz alleine da“, sagt Horacezk. „Da auch in diesem Kontext ein Ansatz bei den Jungen und damit bei der Ausbildung am effektivsten ist, geht Okto hier verstärkt Ausbildungskooperationen ein.“ Beispielsweise mit dem Stadtmagazin biber, wo es um journalistische Talentförderung geht. „So mancher, der heute einem größeren Publikum bekannt ist, hatte bei Okto seine erste Chance: Die Sängerin und Entertainerin Birgit Denk sammelte erste Erfahrungen mit einer eigenen Sendereihe auf Okto. Mittlerweile produziert sie bereits seit mehreren Jahren eine der erfolgreichsten Musik-Talk-Shows auf ORF III“, resümiert Horaczek. „Okto ist also auch ein Talente-Scout.“

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