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Viele Themen, viele Chancen

© Ian Ehm

Die Neugestaltung der Medienförderung beinhaltet Aspekte von Länderabgabe bis Presseförderung. Worum es geht und Print nicht vergessen werden soll. Leitartikel von Marlene Auer, Herausgeberin und Chefredakteurin.

Dieser Leitartikel ist zuerst in Ausgabe Nr. 22/2018 des HORIZONT erschienen. Noch kein Abo? Hier klicken!

Es brodelt in der Medienszene. Wenige Tage vor der Medienenquete finden Hintergrundgespräche statt, es werden Bücher präsentiert, Positionen geschärft, Agenden und Konzepte finalisiert. Es fallen immer wieder Stichworte wie Vermarktungsplattform oder Log-in-Allianz. Es geht um die Finanzierung des Medienstandorts und ihrer Player – mittendrin wenig überraschend auch der Dauerbrenner Gebühren. Bundesbudget? Streaminggebühr? Umwidmung und Zweckbindung der Länderabgabe innerhalb der GIS? Viele Fragen liegen auf dem Tisch.

Fakt ist: Es kommt Bewegung in die Branche. Doch für diese vielen Fragen wird es nicht auf einen Schlag Antworten und Lösungen geben. Das Zweckbinden der Länderabgabe – etwa in Aus- und Weiterbildung oder zur Förderung einzelner Medienprojekte über sämtliche Mediengattungen hinweg – ist ein sinnvoller Gedanke. Daran könnte ein Expertengremium angebunden werden, das die Kriterien für Förderung festlegt und nach objektiven Parametern definiert. Qualität ist mehr oder weniger eine subjektive Empfindung, die in der Medienwelt wohl alle für sich beanspruchen. Umso spannender wird der Prozess zur Ausarbeitung der Kriterien werden.

Dass es einen öffentlich-rechtlichen Rundfunk braucht, haben inzwischen selbst Kritiker eingesehen. Er ist gerade in Zeiten von Fake News wichtiger denn je und eine wesentliche Stütze von Demokratie und Meinungsvielfalt. Doch wir sollten noch einen Schritt weiterdenken. In Zeiten, in denen sich Streaming und lineares Fernsehen vermischt mit Videoangeboten von Verlagshäusern und den Ambitionen der Telcos, darf auch auf die klassischen Printmedien nicht vergessen werden. Obwohl Print in Österreich in Werbung und Nutzung nach wie vor – auch international verglichen – einen besonders großen Stellenwert genießt, kämpfen viele Verlage mit sinkenden Reichweiten, geringem Bewegtbildangebot (was in Zeiten des rasant steigenden Videokonsums ein immer wichtigeres Thema wird) und Thematiken wie der Hauszustellung. Die Presseförderung ist wichtig, doch sollte sie nicht nur ein Tropfen auf dem heißen Stein sein. Auch hier wird es viel größere Ideen und Lösungen brauchen.

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