Horizont Newsletter

TV-Rechte: Bundesliga bringt eigenen Sender ins Spiel

Symbolfoto
© Jordi Clave Garsot / adobe stock

Bei den Verhandlungen rund um die Rechte an der österreichischen Fußball-Bundesliga bringt Bundesliga-Präsident Hans Rinner die Variante eines eigenen Senders ins Spiel.

Die Vielzahl an (potenziellen) Interessenten sorgt dafür, dass die Sportverbände im Poker um ihre TV-Rechte besonders gute Karten haben. Der österreichischen Bundesliga etwa liegt angeblich ein Angebot von 30 Millionen Euro von sky für die Exklusivrechte vor. Das wäre bereits ein deutliches Plus gegenüber den rund 22 Millionen, die sky und ORF derzeit gemeinsam für die TV-Rechte bezahlen. Allerdings wäre der Werbewert durch den Wegfall der Free-TV-Präsenz geringer. Während die Verhandlungen laufen, bringt Liga-Präsident Hans Rinner noch eine weitere Option an den Tisch - den eines eigenen TV-Senders samt eigener Vermarktung. "Das hätte schon Charme und wäre ein Meilenstein", meinte Rinner zur "Krone".

Die Idee selber ist nicht neu - schon unter Ex-Liga-Vorstand Georg Pangl wurden erste Konzepte dazu erstellt, Rinner selbst sprach 2014 mit 90minuten.at davon, dass man das Thema "ausarbeiten und vorbereiten" würde. Die neuen Möglichkeiten der digitalen Verbreitung haben die Hürden zum eigenen TV-Sender nun schrumpfen lassen, dennoch müsste die Liga deutlich in Vorleistung treten, um die Infrastruktur zu schaffen. Als Beispiel wird oftmals die höchste niederländische Liga, die "Eredivisie" genannt, die seit 2008 - auch dank eines Kreidts der Royal Bank of Scotland - Spiele in Eigenregie auf einem eigenen Sender überträgt. 2012 kaufte Rupert Murdoch in Form von Fox International Channels 51 Prozent an der Firma, die die Senderechte vertreibt. Kolportierter Kaufpreis für 12 Jahre TV-Rechte waren über eine Milliarde Euro.

Wie ernst es der österreichischen Bundesliga mit dem Plan ist, werden die nächsten Wochen und Monate zeigen. Ein Bluff, um den Preis im Pokerspiel hochzutreiben, soll es angeblich nicht sein. Schon im Juni 2017 sagte Liga-Vorstand Christian Ebenbauer zu 90minuten.at zu den Plänen eines eigenen Senders: „Es ist eine Alternative in den Verhandlungen, kein Druckmittel."

0 Kommentare

Keine Kommentare gefunden!

Neuen Kommentar schreiben

* Pflichtfelder
Netiquette auf HORIZONT online

Das könnte Sie auch interessieren