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TBWA und Schober im Zentrum von Aussendungs-Clinch zwischen ÖVP und SPÖ

Der Konflikt entzündete sich an Schobers "Napalm"-Sager vor dem Wahlkampf 2006.
© alois-luigi-schober.com

Dass der kommende SPÖ-Wahlkampf von We-love/TBWA gemeinsam mit Berater Alois "Luigi" Schober konzipiert wird, sorgte am Wochenende für Vorwürfe seitens der ÖVP, dass damit "dirty campaigning" zu erwarten sei. Aus der Sicht der SPÖ ist vor allem dieser Vorwurf selbst dirty campaigning.

In der Bestätigung von Gerüchten in der aktuellen Ausgabe des profil, dass die SPÖ den Nationalratswahlkampf in die Hände der Wiener Agentur We-love/TBWA und außerdem von "Luigi" Schober legt, sieht die ÖVP ein "bedenkliches Zeichen" und "erneute Bereitschaft der SPÖ zu Dirty-Campaigning", wie ÖVP-Generalsekretär Karl Nehammer am Wochenende in einer Aussendung schrieb. Nehammers Argument dafür ist Schobers 13 Jahre alte Aussage, wonach der damalige Gusenbauer-Wahlkampf "Napalm"-Qualitäten haben solle. Das interpretriert Nehammer als Andeutung, "verbrannte Erde für einen Wahlsieg in Kauf zu nehmen“.

In der Entscheidung für We-love/TBWA will Nehammer eine "Bereitschaft zu Dirty-Campaigning, wie wir es bereits aus dem Wahlkampf 2017 kennen“, erkennen. Auch habe es dabei ja "die sogenannten 'War Rooms' unter dem Kommando von Tal Silberstein" gegeben. SPÖ-Wahlkampfleiter Christian Deutsch konterte per Aussendung, das "Ausgraben von Uralt-Zitaten" sei umgekehrt gerade seitens der ÖVP ein „untauglicher Versuch, Dirty Campaigning in den Wahlkampf zu bringen. Wir steigen auf dieses Niveau keinesfalls hinunter“.

Angesichts sinkender Umfragewerte lägen bei der ÖVP die Nerven blank, so Deutsch. Aus seiner Sicht hat die SPÖ schon jetzt, etwa mit der Idee für ein "Klimaticket", unter Beweis gestellt, dass man die Substanz für einen inhaltlichen Wahlkampf habe und auch bei dieser Linie bleiben werde, während die ÖVP "mangels eigener Ideen und Projekte für die Menschen in Österreich" den Mitbewerb diskreditiere.

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