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Steuer auf E-Paper wird halbiert - VÖZ und ÖZV erfreut

Neben der Ersparnis aus der eigentlichen Steuerreduktion könnten sich für Verleger vor allem durch organisatorische Vereinfachung positive Effekte ergeben.
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Neben der Ankündigung einer österreichischen Digitalsteuer hat die Regierungsklausur auch die Bekanntgabe der Steuerhalbierung auf E-Publikationen - und damit auch E-Papers - gebracht. Der VÖZ sieht zu Kosteneffekten auch erleichterte neue Vermarktungsmöglichkeiten, auch der VZÖ zeigt sich erfreut.

Steuerreformpläne standen am Mittwoch im Zentrum der Regierungsklausur im niederösterreichischen Mauerbach. Als "Nachschlag" kam aber am Donnerstag die Ankündigung von Finanzminister Hartwig Löger, die Mehrwertsteuer auf E-Books und andere digitale Publikationen zu halbieren und mit dem künftig zehnprozentigen Steuersatz gleich wie gedruckte Bücher, Zeitungen und Zeitschriften zu behandeln. "Die Bundesregierung hat mit diesem dringend notwendigen Beschluss einen wichtigen und nachhaltigen Impuls zur Weiterentwicklung der digitalen Presselandschaft in Österreich gesetzt", reagierte VÖZ-Präsident Markus Mair in einer ersten Stellungnahme.

Die EU-Finanzminister hatten letzten Herbst per gemeinsamem Beschluss die Steuersätze für E-Publikationen zur autonomen Gestaltung durch die einzelnen Mitgliedsländer freigegeben. Auch ein Nullsteuersatz wäre möglich gewesen. EU-weit zeichnet sich jedoch ab, dass E-Publikationen damit den jeweiligen Steuersätzen für gedruckte Publikationen angeglichen werden.Die Regierung setze damit den unter österreichischer Ratspräsidentschaft geschafften Spielraum um, zitierte die APA das Finanzministerium. Einig sind sich das Ministerium und der VÖZ zudem darin, dass die Steuerreduktion neben den unmittelbaren Kosteneffekten auch Vereinfachungen in Vertrieb und Vermarktung von Medien bringt.

Freie Bahn für neue Kombiangebote

Das Finanzministerium verweist auf die Vereinfachung des Steuersystems für Medienunternehmen durch den künftig einheitlichen Steuersatz. Damit entfielen künftig Abgrenzungs- und Aufteilungsschwierigkeiten bei kombinierten Produkten - etwa im Fall des Verkaufs einer Zeitschrift mit einem Online-Zugang. Auch Mair betonte in seiner Stellungnahme, Verleger erhielten nun "endlich die Möglichkeit, ihre Kombiangebote von Print und Online ökonomisch sinnvoller zu forcieren und auch die digitale Transformation besser zu meistern". Die aktuelle steuerrechtliche Ungleichbehandlung von Print- und Digitalausgaben sei stets ein Hindernis für attraktivere Kombiangebote gewesen.

Mair bedankte sich daher per Aussendung ausdrücklich bei Finanzminister Hartwig Löger, Medienminister Gernot Blümel und Finanzstaatssektretär Hubert Fuchs für die rasche Umsetzung dieser EU-Mehrwertsteuerrichtlinie. Ebenso positiv beurteilte Mair das Regierungsvorhaben zur Einführung einer Digitalsteuer. Diese sei ein wichtiger erster Schritt hin zu einem einheitlichen "level playing field" am Werbemarkt und entspreche einer langjährigen Forderung des VÖZ.

"Hemmschuh für digitale Transformation beseitigt"

Ähnlich äußerte sich Claudia Gradwohl, Präsidentin des Österreichischen Zeitschriften- und Fachmedienverbandes (ÖZV), die die Steuerpläne als "überaus positives Zukunftssignal für die gesamte Medienbranche" wertete. Sie lobte die Regierung für das rasche Nutzen des von der EU geschaffenen Spielraums und sieht einen "Hemmschuh für die digitale Transformation beseitigt". Auch sie erwartet sich, dass Zeitschriften- und Fachmedienverlage nun durch neue Paketangebote von Print und E-Paper "noch besser auf die vielfältigen Lesegewohnheiten reagieren" können.

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