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Steirische Wahlagenda

© Die Grünen, ÖVP, NEOS, SPÖ

Am 24. November wählt die Steiermark. HORIZONT blickt auf die Sujets der Parteien, den Medienmix und die involvierten Agenturen.

Hinweis: Dieser Artikel ist im HORIZONT #46 erschienen. Noch kein Abo?

 

Die Ausgangsposition in der Steiermark ist jener der Nationalratswahl vor wenigen Wochen nicht unähnlich: Am Sieg des Titelverteidigers, in diesem Fall Hermann Schützenhöfer (ÖVP), ist kaum zu zweifeln. Dahinter kämpfen SPÖ, FPÖ, Grüne und NEOS um die Plätze. Die ÖVP setzt bei dieser Wahl übrigens auf Inhouse-Kompetenz. „Diese haben wir in den letzten Jahren sukzessive ausgebaut“, meint Heri Hahn von der ÖVP Steiermark gegenüber HORIZONT. „Deshalb ist das Zentrum unserer Kampagne der Karmeliterplatz und sein Kommunikationsteam. In ausgewählten Fragen bedienen wir uns eines zusätzlichen Netzwerkes an externen Partnern.“

Die steirische SPÖ arbeitet mit der Grazer Agentur En Garde zusammen. Die Leykam Medien AG unterstützt die Mediaplanung. Die steirischen Grünen haben die aktuelle Wahlkampagne mit verschiedenen Kreativen entworfen und umgesetzt. „Eine Wahlkampfagentur im normalen Sinn hatten wir diesmal nicht, die Kampagne ist freilich durchaus auch eine Fortsetzung der Bundeskampagne für die Nationalratswahl“, heißt es von den steirischen Grünen auf Nachfrage von HORIZONT. Auch die NEOS arbeiten in diesem Wahlkampf ohne Unterstützung einer externen Agentur.

Unterschiedliche Themenwahl

Thematisch agieren die Parteien höchst unterschiedlich. Als Kernthemen nennt Landeshauptmann Schützenhöfer neben seiner Steiermark-Agenda in 145 Punkten, gegliedert in neun Kapitel, gerne „Arbeit sichern und Klima schützen (und dem Land nützen)“. Das Thema Klima sorgt natürlich auch bei den Grünen für starken Rückenwind. „Für uns stand und steht auch medial das Thema Klimaschutz im Mittelpunkt. Spitzenkandidatin Sandra Krautwaschl hat ein Klima-Rettungspaket mit 41 konkreten steirischen Klimaschutz-Maßnahmen vorgelegt“, so Bernd Pekari, Pressesprecher der Grünen.

Die SPÖ Steiermark hat laut ihrem Pressesprecher Simon Gruber in "Zigtausenden Hausbesuchen“, die in diesem Wahlkampf durchgeführt worden seien, die Themen Wohnen, Pflege und Sicherheit identifiziert. Die NEOS, die um den Einzug in den steirischen Landtag hart kämpfen müssen, setzen wie schon im bundesweiten Wahlkampf auf Sachthemen: „Beste Bildung, mutige Innovationen und kritische Kontrolle. Als noch nicht im Landtag vertretene Partei stellen natürlich auch die Botschaften ‚frischer Wind‘ und ‚wähl‘ die NEOS in den Landtag‘ einen wichtigen Teil unserer Wahlwerbung dar“, so Generalsekretär Nick Donig. Zudem hoffe man auf Rückenwind durch Bundesvorsitzende Beate Meinl-Reisinger, die Teil der Kampagne ist. 

Steirischer Medienmix

Die ÖVP teilt das Budget für die Kampagnen auf alle Gattungen gleich auf. „Man kann von einem guten Mix ausgehen, wir versuchen überall gleich starke Akzente setzen“, so Hahn, der schätzt, dass Print, Online/Social Media, Out of Home und Radio jeweils 25 Prozent des Werbekuchens bekommen. Ähnlich verhält es sich bei der SPÖ. Die Ausgaben für Werbung in klassischen Medien (Print und Radio), Großflächenplakate und Online-Werbung (Facebook, YouTube, Google Add, Online-Zeitungsportale) seien jeweils etwa gleich groß, erläutert Gruber gegenüber dem HORIZONT.

Die Grünen gehen sogar einen Schritt weiter und nennen konkrete Zahlen. „Für Plakate haben wir insgesamt, also von der Herstellung bis zum Plakatieren, 200.000 Euro in diesem Wahlkampf budgetiert, für den Online-Bereich insgesamt 160.000. Da sind zum Beispiel auch Kosten für YouTube-Spots dabei, aber auch Facebook- und Instagram-Werbung“, erklärt Pekari. Auf Transparenz setzen auch die NEOS: „Alle Ausgaben und Einnahmen für die Kampagne sind auf unserer Website abrufbar. Mit rund 300.000 Euro verfügt unsere junge Bewegung über das sparsamste Budget aller Parteien“, erläutert Donig. Ein knappes Drittel davon fließe in OOH-Kanäle (groß- und kleinflächige Plakate sowie Radio- und Kinowerbung), ein Viertel in Print und fremde Online-Kanäle, 15 Prozent würden in eigene Social-Media-Aktivitäten investiert. „Aufgrund der guten Datenbasis, die NEOS bundesweit über die Jahre aufgebaut haben, können wir mit relativ geringem finanziellen Einsatz online sehr fokussiert unsere Zielgruppen ansprechen.“ 

Hinweis: Die FPÖ hat die Anfrage des HORIZONT trotz Nachfrage nicht vor Redaktionsschluss beantwortet. Daher liegen auch keine Informationen über die aktuelle Wahlkampagne der Freiheitlichen vor.

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