Horizont Newsletter

Stationäre User als "gefährdete Art"

Nur noch 13,4 Prozent surfen ausschließlich stationär, das bedeutet einen Rückgang von 5,3 Prozentpunkten in nur einem halben Jahr.
© Andreas Neubauer/stock.adobe.com © nattstudio/stock.adobe.com

Erste Einblicke in die aktuelle ÖWA-Plus-Studie zeigen die ungebrochen rasante Verlagerung zu Mobile. Zu den Reichweitengewinnern gehören vor allem die Web-Angebote der Print-Medienhäuser.

In gewaltigem Tempo geht die Web-Durchdringung in Österreich gen 100 Prozent: Wie die am Donnerstag veröffentlichte ÖWA Plus 2019-II ausweist, ist die Zahl der Internetsurfer allein in einem halben Jahr um weitere 200.000 Menschen angewachsen. 93,2 Prozent der Bevölkerung surfen inzwischen im Web. Noch in der letzten ÖWA Plus 2018-IV lag dieser Wert bei 92,5 Prozent.

Noch schneller als das Wachstum bei den Internet-Usern an sich vollzieht sich allerdings deren Wandel im Zugang zum Web: Inzwischen surfen nur noch 13,4 Prozent ausschließlich stationär, das bedeutet einen Rückgang von 5,3 Prozentpunkten in ebenfalls nur einem halben Jahr. Vergleiche zwischen den beiden ÖWA-Plus-Studien sind diesmal wieder möglich, weil nach der Umstellung der Messmethode im Jahr 2018 nun wieder zwei, nach den gleichen Regeln erhobene Datensätze vorliegen.

Mobile wird mobiler

Der Wandel hin zu Mobile erschöpft sich allerdings nicht nur in einem blanken Zuwachs von mobilen Zugangsmöglichkeiten zum Web: Auch das Surfverhalten an sich wird mobiler. Erstmals ist nun in einer ÖWA-Plus-Untersuchung der Anteil der Internetnutzung daheim gesunken (von 95,4 Prozent auf 94,4 Prozent), während die Nutzung unterwegs, am Arbeitsplatz, bei Freunden und Bekannten sowie an Schule und Universität teils markant gestiegen ist. Nutzungsarten und Nutzerinteressen zeigen sich relativ stabil, bis auf eine Ausnahme: Das Abrufen von Mails im Web hat deutlich abgenommen, während in ungefähr gleichem Maß die Nutzung von Messengerdiensten zugenommen hat.

Bewegung ist nicht zuletzt auch in den Zuspruch zu den unterschiedlichen Web-Angeboten gekommen. Spitzenreiter unter den Einzelangeboten ist zwar weiterhin mit 55,6 Prozent orf.at. Das bedeutet für den Platzhirsch allerdings eine Stagnation auf exakt demselben Wert wie noch vor einem Jahr, während vor allem die Web-Auftritte der heimischen Printmedien deutlich zulegen konnten: Krone.at etwa ist um 3,8 Prozentpunkte gewachsen, derstandard.at um 3,1 und oe24.at sogar um ganze 7,7 Prozentpunkte innerhalb von sechs Monaten. Bei den nicht Nachrichten-basierten Angeboten ist der Spitzenreiter mit willhaben.at ebenfalls gleich geblieben, allerdings in diesem Fall mit einem Zuwachs um 2,7 Prozent. Gmx.at wiederum bekommt offenbar die schwindende Bedeutung von Webmail zu spüren und muss leichte Einbußen verkraften. Unter den ausgewiesenen Vermarktern liegt derzeit Goldbach Audience mit 59,3 Prozent an der Spitze.